Shell Aktie: Qatar-Schaden trifft Zahlen

Die Produktionsausfälle am katarischen Pearl-GTL-Werk drücken Shells Gasproduktion und belasten den Cashflow. Höhere Raffineriemargen und Handelsergebnisse sollen die Lücke nur teilweise schließen.

Die Kernpunkte:
  • Gasproduktion fällt durch Qatar-Ausfall deutlich
  • Negativer Cashflow von bis zu 15 Milliarden Dollar
  • Raffineriemargen und Handelsgewinne steigen an
  • Aktienrückkaufprogramm endet vor Quartalszahlen

Shell-Aktionäre stehen vor einer ereignisreichen Woche — und der Kurs zeigt bereits, wie nervös der Markt ist. Am Freitag verlor die Amsterdamer Notierung rund vier Prozent auf 37,24 Euro, im Monatsverlauf summiert sich das Minus auf acht Prozent. Der Markt preist ein, was die Q1-Zahlen am 7. Mai bestätigen könnten: Der Schaden an Shells wichtigstem Gaswerk ist größer als gedacht.

Pearl GTL: Ein Jahr Reparaturzeit

Das Pearl-Gas-to-Liquids-Werk im katarischen Ras Laffan ist die weltgrößte Anlage dieser Art — mit einer Kapazität von 140.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Seit einem Angriff auf einen der beiden Produktionszüge im März steht Train 2 still. Shells eigene Einschätzung: rund ein Jahr bis zur vollständigen Reparatur.

Die Folgen sind bereits in den operativen Leitlinien sichtbar. Die Produktion im Segment Integrated Gas soll im ersten Quartal auf 880.000 bis 920.000 Barrel täglich fallen — nach 948.000 im Vorquartal. LNG-Verflüssigungsvolumina sind auf 7,6 bis 8,0 Millionen Tonnen gedeckelt, wobei der Anlauf von LNG Canada die Qatar-Ausfälle nur teilweise kompensiert.

Raffinerie-Marge und Handelsgewinne als Gegengewicht

Auf der anderen Seite läuft das Raffinerie- und Handelsgeschäft deutlich besser. Die indikative Raffineriemarge steigt von 14 Dollar je Barrel im Schlussquartal 2025 auf 17 Dollar. Die Auslastung der Raffinerien soll zwischen 95 und 99 Prozent liegen, die Chemiewerke verbessern sich auf 81 bis 85 Prozent — nach 76 Prozent zuvor. Das Handels- und Optimierungsergebnis wird als deutlich stärker als im Vorquartal beschrieben.

Das zentrale Problem bleibt der Cashflow. Wegen extremer Rohstoffpreisvolatilität erwartet Shell ein negatives Working Capital von zehn bis 15 Milliarden Dollar im ersten Quartal. Hinzu kommt ein Anstieg der Nettoverschuldung um drei bis vier Milliarden Dollar durch variable Schiffsleasingkomponenten — ein erheblicher Gegenwind für die Bilanz.

Drei Termine, eine Richtung

Bevor die Quartalszahlen am 7. Mai vor Börseneröffnung erscheinen, gibt es zwei vorgelagerte Signale. Am 29. April veröffentlicht Vara Research den von Shell beauftragten Analysten-Konsensus — der erste konsolidierte Blick auf die Markterwartungen. Einen Tag später, am 1. Mai, endet das laufende Aktienrückkaufprogramm über 3,5 Milliarden Dollar, das Shell seit dem 5. Februar über Morgan Stanley abwickelt. Es ist bereits das 17. Quartal in Folge, in dem Shell mindestens drei Milliarden Dollar für Rückkäufe eingeplant hat — die Ankündigung eines Nachfolgeprogramms gilt als wahrscheinlich.

Am 19. Mai folgt die Hauptversammlung im Sofitel London Heathrow, auf der Aktionäre über einen Klimaresolutionsantrag der Gruppe Follow This abstimmen — gegen die Empfehlung des Managements.

Die eigentliche Frage für den 7. Mai: Können Handelsgewinne und höhere Raffineriemargen das Qatar-Loch und den Cashflow-Einbruch vollständig schließen? Der Vara-Konsensus am 29. April liefert die erste belastbare Antwort.

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