Shell Aktie: Raffineriemarge springt auf 42 Dollar

Die Aussicht auf 42 US-Dollar je Barrel trifft auf knappe Kraftstoffmärkte, wetterbedingte Förderstopps und eine teilweise Wiederaufnahme in Pearl.

Die Kernpunkte:
  • Raffineriemarge bei 42 US-Dollar erwartet
  • Dieselpreis steigt binnen einer Woche
  • Förderung auf fünf Plattformen pausiert
  • Pearl-Anlage läuft teilweise wieder an

Für das dritte Quartal 2026 zeichnet sich bei Shell ein außergewöhnlicher Gewinnsprung im Verarbeitungsgeschäft ab. Der Energiekonzern stellt eine Raffineriemarge von 42 US-Dollar je Barrel in Aussicht, nachdem im Vorquartal noch 24 US-Dollar je Barrel erzielt worden waren. Verantwortlich für diesen Schub sind gravierende Engpässe auf den internationalen Kraftstoffmärkten, die die Margen für Diesel und Benzin auf Mehrjahreshochs treiben.

Am Markt stießen die Aussichten auf positive Resonanz. Am gestrigen Donnerstag legte das Papier um 3,2 Prozent auf einen Schlusskurs von 44,66 Euro zu. Damit trennten die Aktie lediglich 0,3 Prozent vom 52-Wochen-Hoch.

Treibstoffmärkte geraten weltweit unter Druck

Der Margensprung spiegelt eine zunehmend angespannte globale Versorgungslage wider. Neben Transportproblemen und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten schränken ungeplante Stillstände sowie Angriffe auf Verarbeitungsanlagen das weltweite Angebot an Raffinerieprodukten spürbar ein.

Während sich Rohöl der Sorte Brent verteuerte, kletterten die Produktpreise noch deutlicher: Europäischer Diesel verteuerte sich binnen einer Woche um mehr als zehn Prozent auf 197 US-Dollar je Barrel.

Shell-Chef Wael Sawan betonte vor diesem Hintergrund beim Energy Intelligence Forum in London, dass die Ölströme aus dem Nahen Osten zwar rund 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erreicht hätten, die Erholung jedoch unvollständig bleibe. Zudem warnte der Konzern vor anhaltenden Knappheiten bei Diesel und Benzin, weil Verarbeiter ihre Produktion zeitweise verstärkt auf Flugturbinenkraftstoff ausgerichtet hatten.

Vorsorgliche Abschaltungen im Golf von Mexiko

Parallel zu den robusten Margen sieht sich der Konzern an anderer Stelle mit kurzfristigen wetterbedingten Ausfällen konfrontiert. Wegen des herannahenden Hurrikans Isaias evakuierte Shell das Personal von fünf Förderplattformen im Golf von Mexiko – Mars, Olympus, Ursa, Vito und Appomattox – und stellte dort die Förderung vorübergehend ein. Branchenweit waren in der Region zuletzt mehr als 60 Prozent der US-Offshore-Ölförderung stillgelegt.

Gleichzeitig arbeitet Shell an der schrittweisen Normalisierung anderer Standorte: Im Nahen Osten nimmt Shell die Pearl-Anlage teilweise wieder in Betrieb, womit zumindest ein begrenzter Bestandsaufbau wieder möglich wird. Die Reparaturarbeiten an Train 2 der katarischen Großanlage sollen im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.

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