Shell Aktie: Zieht sich aus Campos-Block zurück

Der Konzern beendet seine Beteiligung an einem Campos-Explorationsblock und kaufte am Mittwoch mehr als 1,6 Millionen eigene Aktien.

Die Kernpunkte:
  • Rückzug aus weiterem Campos-Explorationsblock
  • Bohrungen vor Brasilien ab 2027 geplant
  • Über 1,6 Millionen Aktien zurückgekauft
  • 5,73 Milliarden stimmberechtigte Stammaktien gemeldet

Der britische Energiekonzern Shell ordnet seine Explorationsaktivitäten in Südamerika neu. Wie der Branchendienst Upstream meldete, zieht sich das Unternehmen aus einem weiteren Explorationsblock im Campos-Becken vor der Küste Brasiliens zurück. Ein dauerhafter Abschied aus den dortigen Tiefseegebieten ist der Schritt allerdings nicht: Shell plant, im Jahr 2027 wieder zu Bohrungen vor der brasilianischen Küste zurückzukehren.

Im Handel zeigt sich die Aktie von den operativen Anpassungen weitgehend unbeeindruckt. Das Papier notiert heute bei 42,25 Euro und verharrt damit in unmittelbarer Schlagdistanz zu seinem 52-Wochen-Hoch von 42,99 Euro, das am Montag erreicht wurde. Der Abstand zu dieser Höchstmarke liegt bei lediglich 1,7 Prozent.

Rohölvolatilität und Margendruck

Die jüngste Stärke des Titels fußt vor allem auf dem Marktumfeld des vergangenen Monats. Geopolitische Spannungen, Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur und anhaltende Störungen der Schifffahrt im Roten Meer hatten die Notierungen der Sorte Brent Anfang September spürbar nach oben getrieben. Robuste Raffineriemargen und Erträge aus dem Handelsgeschäft stützten zuletzt den freien Cashflow des Konzerns.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld für integrierte Ölkonzerne anspruchsvoll. Sollte sich die Lage an den globalen Ölmärkten entspannen, droht ein Rückgang der Raffineriemargen. Hält der Preisauftrieb beim Rohöl hingegen an, könnten in Europa erneut Diskussionen über Sondersteuern aufflammen. Zudem konkurrieren dividendenstarke Standardwerte zunehmend mit gestiegenen europäischen Anleiherenditen.

Kontinuierliche Einziehung eigener Anteile

Ungeachtet der Schwankungen am Rohstoffmarkt setzt Shell sein laufendes Rückkaufprogramm ohne Unterbrechung fort. Am Mittwoch erwarb der Konzern 1.150.000 eigene Aktien an der Londoner Börse sowie 518.094 Papiere an der Euronext Amsterdam. Die Transaktionen wurden von Goldman Sachs International innerhalb zuvor festgelegter Parameter abgewickelt. Alle erworbenen Anteilsscheine sollen eingezogen werden.

Die Maßnahme ist Teil des Programms, das der Konzern am 30. Juli angekündigt hatte. Die Mandatierung der Investmentbank für unabhängige Kaufentscheidungen läuft noch bis zum 23. Oktober.

Zum Ende des Monats meldete Shell zudem den aktuellen Stand des Grundkapitals. Zum 30. September belief sich die Gesamtzahl der stimmberechtigten Stammaktien auf exakt 5.729.497.530 Stück mit einem rechnerischen Nennwert von je 0,07 Euro. Eigene Aktien hielt das Unternehmen zu diesem Stichtag nicht im Bestand. Diese Summe dient den Anteilseignern als Referenzgröße für die Berechnung von Meldepflichten nach den britischen Transparenzvorschriften.

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