Shell mit Gewinnsprung – aber Ölpreis und OPEC bereiten Sorgen

Die britisch-niederländische Royal Dutch Shell konnte mit ordentlichen Quartalszahlen überzeugen und einen Gewinnsprung verzeichnen. Die Aktie honorierte daraufhin, dass sich der Konzern mit Sparmaßnahmen und gezielten Übernahmen gut positioniert hat. Die erstaunliche Dividende spricht ebenfalls für Shell. Aber die Aussichten für das Unternehmen sind dennoch kompliziert. Das liegt am weiterhin niedrigen Ölpreis – und daran, dass sich die OPEC vielleicht doch nicht auf niedrigere Fördermengen einigen kann.

© Pixabay
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Sowohl die Übernahme des britischen Gasproduzenten BG als auch die Sparmaßnahmen machen sich so langsam bezahlt: Mit einem Gewinn von 1,45 Milliarden US-Dollar steht Shell deutlich besser da als noch im Vorjahr. Hier hatten auch die Abschreibungen für einen Verlust von etwa 6,1 Milliarden Dollar gesorgt. Auch der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten konnte zulegen. Hier steht ein Plus von 18 Prozent auf 2,79 Milliarden Dollar zu Buche.

Dividende von Shell seit 1945 nicht gekürzt

Für viele Anleger ist die Shell-Aktie vor allem wegen ihrer hohen und stabilen Dividendenrendite interessant. Der Konzern hat das Kunststück fertiggebracht, die Dividende seit 1945 nicht zu senken. So auch im aktuellen Quartal, in dem der Konzern den Aktionären erneut 47 Dollar-Cent als Dividende zahlen möchte.

Die Dividendenrendite liegt derzeit bei knapp sieben Prozent und eine Dividendenkürzung soll so lange es geht vermieden werden. Angesichts des niedrigen Ölpreises bleibt das für Royal Dutch Shell aber eine Herausforderung. Wie es damit weitergeht liegt momentan wohl hauptsächlich in den Händen der OPEC.

OPEC-Uneinigkeit könnte Ölpreis und Ölkonzerne unter Druck setzen

Sollte die OPEC keine Einigung erzielen beim für Ende des Monats angesetzten Gipfel bezüglich der Fördermenge, sieht es für den Ölpreis schlecht aus. Und momentan sieht es nicht nach Einigung aus: Ein erstes Treffen der OPEC-Staaten mit Nicht-OPEC-Staaten ist ohne Ergebnis auseinandergegangen. Und offenbar wollen neben Iran auch der Irak, Libyen und Nigeria von Produktions-Drosselungen ausgenommen werden. Scheitert der OPEC-Gipfel, könnte es für den Ölpreis und auch für Ölkonzerne wie Shell ungemütlich werden.

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