Sherwin-Williams Aktie: Prognose enttäuscht

Höhere Erlöse und ein leicht gestiegener bereinigter Quartalsgewinn treffen auf sinkende Margen und eine vorsichtige Jahresprognose.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz über Analystenerwartungen
  • Bereinigter Gewinn je Aktie knapp darunter
  • Bruttomarge sinkt auf 47,8 Prozent
  • Jahresprognose unter Analystenkonsens

Umsatz über den Erwartungen, Gewinn knapp darunter, und dazu ein vorsichtiger Ausblick: Sherwin-Williams hat die Anleger mit den Zahlen zum dritten Quartal nicht überzeugt. Die Aktie gab vorbörslich um knapp sechs Prozent nach.

Umsatz wächst, Marge schrumpft

Der Konzern steigerte die Erlöse um 7,9 Prozent auf 6,86 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit rund 6,78 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,63 Dollar, erwartet waren 3,69 Dollar. Im Vorjahr standen 3,59 Dollar zu Buche.

Der Gewinn hinkt dem Umsatz hinterher, weil die Bruttomarge sank. Sie fiel auf 47,8 Prozent, nach 49,2 Prozent im Vorjahresquartal. Höhere Rohstoff- und Lieferkettenkosten belasteten, ebenso der Produktmix. Die übernommene brasilianische Marke Suvinil wirkt zudem verwässernd. Ohne sie wäre die Bruttomarge im bisherigen Jahresverlauf stabil geblieben.

Preiserhöhungen trugen im Schnitt einen mittleren einstelligen Prozentsatz zum Umsatz bei. Der Nettogewinn sank leicht auf 821 Millionen Dollar.

Segmente: Consumer Brands wächst, verdient aber weniger

Die Paint Stores Group steigerte den Umsatz um 4,7 Prozent. Die vergleichbaren Filialumsätze legten um 3,9 Prozent zu. Besonders stark liefen Schiffs- und Korrosionsschutz mit einem zweistelligen Plus.

Anders sieht es im Privatkundengeschäft aus. Der Umsatz der Consumer Brands Group sprang um 21,7 Prozent nach oben, getrieben von Suvinil. Der bereinigte Segmentgewinn ging dennoch zurück, die bereinigte Marge fiel von 23,3 auf 18,3 Prozent. In Nordamerika bremste schwache Nachfrage. Die Performance Coatings Group wuchs um 8,8 Prozent, bei leicht sinkender Marge.

Vorsichtiger Ausblick belastet

Den Ausschlag für den Kursrückgang gab wohl die Prognose. Für das Gesamtjahr peilt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von 11,85 bis 12,15 Dollar an. Der Mittelwert von 12,00 Dollar liegt unter dem Analystenkonsens von 12,09 Dollar. Fürs Schlussquartal erwartet der Konzern ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich.

Konzernchefin Heidi Petz verwies auf eine schwache Nachfrage. Kundenstimmung und Frühindikatoren deuteten auf gedämpfte Volumina bis Jahresende und auch 2027 hin. Gleichwohl zeigte sie sich zuversichtlich, die Lage zu meistern.

Aktionäre bekamen im Quartal 749 Millionen Dollar über Dividenden und Rückkäufe. Für weitere Rückkäufe besteht eine Ermächtigung über 22,5 Millionen Aktien. Die Verschuldung stieg allerdings, die Zinsaufwendungen legten auf 139 Millionen Dollar zu und drückten zusätzlich auf das Ergebnis.

Der Konzern erwartet im vierten Quartal also Wachstum, aber kaum Rückenwind bei den Margen. Der Jahresgewinn je Aktie würde mit der Prognose um etwa fünf Prozent über dem Vorjahreswert von 11,43 Dollar liegen, sofern die Spanne erreicht wird.

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