SHW übernimmt die rote Laterne im SDAX – zu Recht?

Der Automobilzulieferer SHW kann sich über mangelnde Aufträge nicht beklagen. Eine starke Nachfrage nach Motorteilen, Bremsscheiben und Pumpen führte bereits bezogen auf das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres zu einem deutlichen Umsatzplus.

 

© SHW AG
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Diese hohen Auftragszahlen sind auf der anderen Seite für SHW jedoch ein nicht zu unterschätzendes Problem. Der Konzern muss seine Kapazitäten ausbauen und Extraschichten fahren, um die Nachfrage auch bedienen zu können. Damit sind wiederum hohe Kostenbelastungen verbunden.

Alles Gründe dafür, die Produktionsabläufe und internen Prozesse deutlich zu optimieren. Programme hierzu laufen bereits, jedoch lag man damit nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres noch unter den Erwartungen des Vorstandes. Bis 2016 sollen zur Effizienzsteigerung im Rahmen eines Investitionsprogramms Kapazitäten ausgebaut und Abläufe in der Produktion verbessert werden.

 

Analysteneinschätzung sorgt für Kurseinbruch

Die Aktie erlebte heute einen herben Absturz und musste bisher um mehr als 11% abgeben. Damit führt SHW derzeit die Liste der Verlierer im SDAX unangefochten an. Ein Grund hierfür könnte die jüngste Analyse von Exane BNP sein.

Die Experten haben das Kursziel für den Konzern von 47,00 Euro auf 33,00 Euro bei einem neutralen Ausblick gesenkt. Das bringt die Aktie von SHW heute unter starken Abgabedruck. Mit einem Kurs von aktuell 26,99 Euro markierte die Aktie damit einen neuen Tiefstand.

 

SHW erwartet starke Umsatzzahlen

Die Frage bleibt, ob dieser starke Einbruch des Kurses nicht als etwas überzogen gelten kann. Auch wenn SHW mit vorgenannten Problemen kämpft, kann man diese aber nicht als Katastrophe bezeichnen. Weitaus dramatischer wäre die Situation, wenn die Anlagen aufgrund fehlender Aufträge nicht ausgelastet wären.

Die Umsatzprognose wurde mit Vorlage der Halbjahreszahlen von SHW angehoben, sodass in diesem Jahr Umsätze von ca. 470 Mio. Euro erwartet werden. Für das bereinigte EBITDA liegen die Erwartungen bei 46 bis 50 Mio. Euro.

 

Ist der Kursverfall gerechtfertigt?

Ganz anders schätzen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie von SHW ein. Diese bestätigten ihre Kaufempfehlung, bei einem gesenkten Kursziel von zuvor 52,00 Euro auf 40,00 Euro. Hier schraubten die Experten ihre Gewinnprognosen für 2015 bis 2017 deutlich nach unten. Die Kaufempfehlung wurde jedoch aufgrund des Kurseinbruches in der vergangenen Woche beibehalten.

150915 SHW

Blickt man auf den Chart, wird der Kursverfall recht deutlich. Nach den Halbjahreszahlen im Juli lag der Kurs noch bei fast 43,00 Euro. Das aktuelle Niveau bietet aus unserer Sicht jedoch eine sehr günstige Einstiegsgelegenheit.

Wir gehen davon aus, dass SHW seine Probleme in den Griff bekommen wird und die bereits laufenden Programme zur Steigerung der Effizienz mittelfristig an den Zahlen ablesbar sein werden. Der Konzern gehört mit zu den ältesten Industriebetrieben in Deutschland und hat seit seiner Gründung im Jahr1936 schon ganz andere Situationen gemeistert.

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