Siegfried Aktie: Montanha wird Chief Operating Officer
Eduardo Montanha übernimmt bei Siegfried den COO-Posten. Der Pharmazulieferer bestätigt für 2026 Wachstum und eine Core-EBITDA-Marge über 23 Prozent.

- Montanha wird neuer Siegfried-COO
- Operative Leitungsfunktionen werden zusammengelegt
- Halbjahresumsatz steigt auf 633 Millionen CHF
- Jahresziele für 2026 bleiben bestätigt
Der Schweizer Pharmazulieferer Siegfried hat mit Beginn dieser Woche eine zentrale personelle Weichenstellung vollzogen. Eduardo Montanha trat am Dienstag sein Amt als Chief Operating Officer (COO) und Mitglied der Geschäftsleitung an.
Mit dieser Personalie konsolidiert das Unternehmen die bisher getrennt geführten COO-Rollen für die Bereiche Drug Substances und Drug Products in einer einzigen Funktion. Montanha wechselte von Fresenius Kabi nach Zofingen, wo er zuvor ein globales Fertigungs- und Qualitätsnetzwerk leitete und über 20 Jahre internationale Erfahrung in der Branche sammelte.
Strategische Integration nach expansivem Halbjahr
Die Neuordnung der operativen Führung fällt in eine Phase, in der Siegfried die Ergebnisse einer weitreichenden Expansionsstrategie verarbeitet. Am 21. August legte das Unternehmen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vor, die ein Umsatzwachstum von 4,8 Prozent in Lokalwährungen auf 633 Millionen CHF auswiesen.
Besonders die Profitabilität entwickelte sich positiv: Die Core-EBITDA-Marge verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 21,6 Prozent auf 22,4 Prozent. Das Core-EBITDA stieg um 6,0 Prozent auf 142 Millionen CHF.
Innerhalb der Segmente leistete der Bereich Drug Substances mit einem Umsatz von 431,1 Millionen CHF den größten Beitrag. Das Segment Drug Products steuerte 201,9 Millionen CHF bei, was einem Zuwachs von 1,5 Prozent in Lokalwährungen entspricht. Der Core-Reingewinn belief sich in den ersten sechs Monaten auf 68,2 Millionen CHF.
Zur Finanzierung der jüngsten Zukäufe griff das Unternehmen auf den Kapitalmarkt zurück und platzierte Senior Bonds im Volumen von 200 Millionen CHF mit einer Laufzeit von vier Jahren. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum Core-EBITDA lag nach der Akquisitionsfinanzierung bei einem Faktor von 2,3.
Kapazitätsausbau und Ausblick auf das zweite Halbjahr
Ein wesentlicher Treiber für das künftige Wachstum soll die Integration der am 1. Mai übernommenen Standorte von Noramco und Extractas Bioscience sein. Die drei Anlagen in den USA und Australien verlaufen Medienberichten zufolge planmäßig im Integrationsprozess und stießen bereits auf starkes Kundeninteresse. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Umsatzbeitrag dieser Standorte in Höhe von rund 100 Millionen USD.
Parallel dazu investiert Siegfried massiv in die bestehende Infrastruktur. In Minden wurde im Juni eine neue Anlage für Drug Substances eingeweiht, in die bis zu 100 Millionen CHF flossen. Am Standort Hameln entstehen zudem zwei neue Fertigungslinien für vorgefüllte Spritzen und Kartuschen. Während die erste Linie noch im laufenden Jahr erste Umsätze generieren soll, ist die Inbetriebnahme der zweiten Linie für das kommende Jahr vorgesehen.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 bestätigte Siegfried die Prognose eines Umsatzwachstums im hohen einstelligen Bereich in lokalen Währungen. Die Core-EBITDA-Marge soll bei über 23 Prozent liegen. Das Management geht davon aus, dass die zweite Jahreshälfte aufgrund von Produktanläufen im Bereich Drug Products stärker ausfallen wird als die erste.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 70,55 CHF und verzeichnet damit ein leichtes Minus von 0,3 Prozent. Mit dem aktuellen Niveau liegt der Titel 9,5 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
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