Siemens Aktie: 1.500 neue Jobs in den USA

Siemens baut mit 200 Mio. Dollar US-Produktion für KI-Rechenzentren aus. Das Bestellvolumen im Segment verdoppelte sich auf 6 Mrd. Euro.

Die Kernpunkte:
  • 200 Mio. Dollar für zwei US-Fabriken
  • 1.500 neue Arbeitsplätze in Georgia und Texas
  • KI-Rechenzentrums-Aufträge verdoppeln sich auf 6 Mrd. Euro
  • Aktie steigt um 2,56 Prozent auf 280,60 Euro

Siemens beschleunigt sein Wachstumsgeschäft rund um Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Der Konzern kündigte am Freitag an, mehr als 200 Millionen US-Dollar in zwei neue Produktionsstätten in den USA zu investieren – in Pendergrass im Bundesstaat Georgia und in Grand Prairie in Texas. Beide Werke sollen elektrische Ausrüstung für KI-Rechenzentren fertigen und zusammen rund 1.500 neue Arbeitsplätze schaffen.

CEO Roland Busch begründete den Schritt mit der Absicht, die Position von Siemens beim Ausbau der KI-Infrastruktur zu stärken. Die Investition reiht sich in eine Serie ähnlicher Ankündigungen ein: Bereits im Juli hatte Siemens rund 300 Millionen Euro für den Ausbau deutscher Werke in Frankfurt zugesagt, verbunden mit 700 neuen Stellen bis 2030.

Rechenzentrums-Geschäft mit starkem Auftragsschub

Der Vorstoß in den USA fällt in eine Phase kräftigen Wachstums im Rechenzentrumsgeschäft. Die Bestellungen in diesem Segment haben sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf 6 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Für Anleger ist das ein Signal, dass sich der KI-Boom nicht nur bei Chipherstellern, sondern auch in der Elektrotechnik niederschlägt – Siemens liefert die Stromversorgung und Verkabelung, die energiehungrige Rechenzentren benötigen.

Die Zahlen fügen sich in ein insgesamt robustes drittes Quartal. Der Auftragseingang des Konzerns stieg um 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, der Umsatz lag bei 20,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis der Industriesparte erreichte 3,5 Milliarden Euro. Parallel zu diesen Geschäftszahlen treibt Siemens einen organisatorischen Umbau voran: Weltweit strich der Konzern rund 300 C-Level-Titel wie CEO oder CFO unterhalb der Vorstandsebene. Der Schritt ist Teil der laufenden Transformation zur sogenannten „One Tech Company“, die als größte Umstrukturierung der Firmengeschichte beschrieben wird. Zudem steht die geplante Abspaltung der Sparte Healthineers weiterhin im Raum.

Anleger reagieren positiv auf die Investitionsnachricht

Die Börse honorierte die Investitionsankündigung unmittelbar. Im XETRA-Handel am Freitag zog die Siemens-Aktie zeitweise um 2,44 Prozent auf 279,75 Euro an. Zum Handelsschluss stand am Ende sogar ein Plus von 2,56 Prozent, der Kurs schloss bei 280,60 Euro. Damit bleibt die Aktie nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das sie erst Anfang August erreicht hatte – der Abstand beträgt aktuell 3,66 Prozent.

Der jüngste Freitagsanstieg fügt sich in einen insgesamt starken Kursverlauf der vergangenen Monate. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von 4,88 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 17,38 Prozent verteuert. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 215,6 Milliarden Euro. Der positive Newsflow zur US-Investition traf zudem auf ein günstiges konjunkturelles Umfeld: Die deutschen Industrieaufträge legten im Juni überraschend kräftig um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, getragen vor allem von Großaufträgen im Maschinenbau und in der Elektrotechnik. Der DIHK warnte allerdings vor zu viel Euphorie, da der Auftragseingang ohne diese Großaufträge im zweiten Quartal stagniert.

Fazit für Anleger

Die Kombination aus starkem Auftragswachstum im Rechenzentrumsgeschäft, der milliardenschweren US-Investition und dem parallel laufenden Konzernumbau zeichnet das Bild eines Unternehmens, das seine Wachstumsfelder konsequent ausbaut, ohne die Kostenstruktur aus dem Blick zu verlieren. Die Streichung hunderter Führungstitel unterstreicht den Anspruch, Hierarchien zu verschlanken, während gleichzeitig neue Kapazitäten in zukunftsträchtigen Bereichen wie KI-Infrastruktur entstehen. Für die Aktie, die sich nahe ihrem Rekordhoch bewegt, bleibt der Ausbau des Rechenzentrumsgeschäfts der zentrale Wachstumstreiber, den Anleger in den kommenden Quartalen im Blick behalten dürften.

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