Siemens Aktie: Angst vor KI?

Siemens meldet Rekordaufträge und steigende Gewinne, profitiert als KI-Infrastrukturlieferant. Die Bewertung leidet jedoch unter der Frage, ob KI-Modelle das Kerngeschäft mit Industrie-Software gefährden.

Die Kernpunkte:
  • Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro
  • Gewinn im Industriegeschäft steigt um 15 Prozent
  • Aufträge für Rechenzentren in den USA explodieren
  • Angst vor Kannibalisierung des Software-Geschäfts

Der Industriegigant liefert ab: Rekordaufträge, ein boomendes Datencenter-Geschäft und eine angehobene Prognose. Doch trotz operativer Stärke herrscht an der Börse Skepsis. Eine aktuelle Marktanalyse legt den Finger in die Wunde: Wird Siemens vom globalen KI-Boom profitieren oder wird das lukrative Software-Geschäft des Konzerns durch künstliche Intelligenz kannibalisiert?

Die Sorge um das Software-Monopol

Im Zentrum der Investorendebatte steht die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Sparte Digital Industries. Marktbeobachter, unterstützt durch eine Analyse von Bloomberg, befürchten ein Szenario, in dem fortschrittliche, offene KI-Modelle spezialisierte Industrie-Software ersetzen könnten. Insbesondere das Geschäft mit „Digital Twins“ – bisher ein Burggraben von Siemens – gilt als potenziell gefährdet. Diese Unsicherheit lastet auf der Bewertung, obwohl die Aktie heute leicht um 1,28 Prozent auf 248,70 Euro zulegt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von gut 261 Euro zeigt jedoch, dass die Euphorie gedämpft ist.

Operative Exzellenz trifft Rechenzentren-Boom

Fundamental erzählt die Bilanz eine andere Geschichte. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal beeindruckende Zuwächse:
* Der Gewinn im Industriegeschäft stieg um 15 Prozent.
* Die Gewinnmarge verbesserte sich auf 15,6 Prozent.
* Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.

Besonders die Sparte Smart Infrastructure erweist sich als Wachstumsmotor. Getrieben durch den massiven Ausbau von Cloud- und KI-Infrastruktur explodierten die Aufträge aus den USA in diesem Segment um über 50 Prozent. Siemens profitiert hier also direkt als „Schaufelverkäufer“ im KI-Goldrausch, indem es die nötige Technik für Rechenzentren liefert.

Konzernumbau und Prognose

Das Management zeigt sich von den Software-Sorgen unbeeindruckt und hob die Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Parallel dazu wird die Struktur straffer: Die Abspaltung (Dekonsolidierung) von Siemens Healthineers wird konsequent vorangetrieben, um den Fokus auf den industriellen Kern zu schärfen.

Kurzfristig profitiert Siemens massiv vom Hardware-Hunger der KI-Industrie, doch die Bewertung der Aktie hängt zunehmend an der Software-Frage. Anleger müssen abwägen, ob die aktuellen Rekordzahlen nachhaltig sind oder ob die technologische Disruption das Geschäftsmodell mittelfristig aushöhlt.

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