Siemens Aktie: Auftragsbestand klettert auf 124 Milliarden

Siemens steigert im zweiten Quartal Auftragseingang und Umsatz, bestätigt die Jahresziele und plant einen Aktienrückkauf über bis zu 6 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang wächst auf 24,1 Milliarden Euro
  • Auftragsbestand erreicht 124 Milliarden Euro
  • Rückkaufprogramm bis zu 6 Milliarden Euro
  • Übernahmen in Software und Mobility geplant

Siemens steckt in einer Phase, in der operative Stärke und Börsenkurs auseinanderlaufen. Während der Konzern im laufenden Geschäftsjahr mit Rekordzahlen aufwartet, gerät die Aktie zuletzt unter Druck. Am Freitag legte das Papier um 2,4 Prozent auf 264,00 Euro zu, konnte damit aber den Rückgang der vergangenen 30 Tage von 6,2 Prozent nur teilweise ausgleichen.

Der Kursanstieg vom Freitag lässt sich nicht direkt auf Neuigkeiten der Siemens AG selbst zurückführen. Auslöser war stattdessen eine positive Einschätzung zur Tochtergesellschaft Siemens Energy, deren Aktie zeitweise deutlich zulegte. Die Muttergesellschaft profitierte davon offenbar im Sog, ohne dass eigene Nachrichten den Ausschlag gaben.

Auftragseingang und Rückkaufprogramm als Fundament

Die eigentliche Substanz für die Aktie liefern die Geschäftszahlen aus dem laufenden Fiskaljahr. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte Siemens den Auftragseingang um 18 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs um 6 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 124 Milliarden Euro – eine Basis, die dem Konzern über mehrere Jahre Visibilität für Umsatz und Ertrag verschafft.

Parallel zu den starken operativen Kennzahlen kündigte der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro an. Die Jahresprognose für 2026 wurde bestätigt. Bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres hatte der Auftragseingang um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zugelegt – die Wachstumsdynamik zieht sich damit durch mehrere Quartale.

Zukäufe stärken Software- und Mobility-Sparte

Neben dem organischen Wachstum treibt Siemens seine Portfolioentwicklung über Zukäufe voran. Die Sparte Siemens Digital Industries Software kündigte im Juli die Übernahme von Precision Innovations an, einem Anbieter von Metrology-Software für die Halbleiterfertigung. Der Abschluss der Transaktion wurde für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Im Bereich Mobility plant Siemens die Übernahme von Geschäftsbereichen der italienischen MERMEC-Gruppe, die auf Signaltechnik und Diagnosesysteme spezialisiert ist. Der Abschluss dieser Transaktion soll bis Ende 2026 erfolgen. Beide Zukäufe zielen darauf ab, technologische Lücken in wachstumsstarken Nischen zu schließen – Halbleiterfertigung auf der einen, Bahninfrastruktur auf der anderen Seite.

Kurs bleibt trotz starker Fundamentaldaten unter Druck

Trotz der operativen Erfolge notiert die Aktie mit 264,00 Euro spürbar unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,55 Euro, das Ende August markiert wurde. Der Abstand beträgt aktuell 9,4 Prozent. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die jüngste Kursschwäche eine Kaufgelegenheit darstellt oder erste Anzeichen einer nachlassenden Dynamik widerspiegelt.

Die Kombination aus Rekordauftragsbestand, laufendem Milliarden-Rückkaufprogramm und aktiver Zukaufstrategie spricht für ein intaktes operatives Fundament. Die Marktbewertung hat diese Stärke zuletzt jedoch nicht eins zu eins nachvollzogen – ein Muster, das in den kommenden Wochen an weiteren Unternehmensmeldungen und dem nächsten Quartalsbericht gemessen werden dürfte.

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