Siemens Aktie: Auftragseingang auf 27,9 Milliarden gestiegen

Siemens steigert Aufträge, Umsatz und Industriegewinn im dritten Geschäftsquartal und setzt die Gewinnspanne für 2026 höher an.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang erreicht 27,9 Milliarden Euro
  • Industrieller Gewinn steigt um 25 Prozent
  • Smart Infrastructure wächst bei Aufträgen
  • Berenberg hebt Kursziel auf 330 Euro

Siemens nähert sich seinem 52-Wochen-Hoch, gestützt auf ein Rekordquartal und eine angehobene Gewinnprognose. Am Freitag schloss die Aktie bei 288,80 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent, und liegt damit nur noch 0,9 Prozent unter der Bestmarke von 291,55 Euro vom 28. August. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 21 Prozent zu Buche.

Auftragseingang auf Rekordniveau

Im dritten Geschäftsquartal 2026, das am 30. Juni endete, meldete Siemens einen Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro – ein Plus von 14 Prozent auf vergleichbarer Basis und ein Rekordwert. Der Umsatz kletterte um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro, der Gewinn im Industriellen Geschäft sprang um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Der Auftragsbestand erreichte mit 132 Milliarden Euro ebenfalls einen neuen Höchststand, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,34. Der freie Cashflow legte um 42 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu.

Angesichts dieser Entwicklung hob Siemens seine Gewinnprognose an: Der bereinigte Gewinn je Aktie (vor Kaufpreisallokationseffekten) soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, nachdem im Mai noch eine Spanne von 10,70 bis 11,10 Euro genannt worden war.

Besonders die Sparte Smart Infrastructure trug zum starken Quartal bei: Der Auftragseingang wuchs um 35 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro, die Marge stieg auf 18,6 Prozent. Siemens erhöhte daraufhin auch die Jahresprognose für diesen Bereich auf 10 bis 11 Prozent Umsatzwachstum und eine Marge von 18,5 bis 19,5 Prozent.

Investitionen in Rechenzentrums-Infrastruktur

Parallel zu den starken Zahlen treibt Siemens den Ausbau im Geschäft mit KI-Rechenzentren voran. Laut Handelsblatt investiert der Konzern mehr als 200 Millionen Dollar in zwei neue Werke in den USA, in Pendergrass im Bundesstaat Georgia und in Grand Prairie in Texas.

Dort sollen rund 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Auftragseingang im Rechenzentrumsgeschäft wuchs in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres dreistellig, die Aufträge summierten sich auf rund 6 Milliarden Euro. Das Segment gilt damit als einer der Wachstumstreiber neben dem klassischen Infrastrukturgeschäft.

Vorstandsumbau und Zukäufe

Der Konzern hat zudem seine Führungsstruktur verschlankt. Zum 1. Juli übernahm Peter Koerte die Verantwortung für Smart Infrastructure von Matthias Rebellius, der Vorstand schrumpfte von sieben auf fünf Mitglieder. Bereits zum 1. April hatte Veronika Bienert die Rolle der Finanzvorständin von Ralf P. Thomas übernommen, der auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausschied und bis Dezember 2026 beratend tätig bleibt.

Auf der Zukaufseite unterzeichnete Siemens Mobility Mitte Mai eine Vereinbarung zur Übernahme mehrerer Kernbereiche der italienischen MERMEC-Gruppe mit Fokus auf Bahnsignaltechnik und Elektrifizierung; der Abschluss wird bis Jahresende erwartet. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die Analysten von Berenberg erhöhten ihr Kursziel am 18. August von 320 auf 330 Euro und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Die Kombination aus Rekordauftragsbestand, angehobener Guidance und laufendem Aktienrückkaufprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro, das seit Juli läuft, stützt aus Sicht der Analysten die positive Kurshistorie.

Mit einem Kurs-Aufschlag von 4,5 Prozent gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt und einem RSI von 60,9 zeigt sich der Titel technisch weiterhin robust, ohne in überkaufte Bereiche vorzustoßen.

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