Siemens Aktie: Bernstein sieht 330 Euro

Siemens steigerte im dritten Quartal Auftragseingang und Umsatz; Bernstein hält an der Kaufempfehlung und 330 Euro Kursziel fest.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang steigt um 14 Prozent
  • Umsatz legt um acht Prozent zu
  • Auftragsbestand erreicht 132 Milliarden Euro
  • Bernstein bestätigt Kaufurteil und Kursziel

Rekordauftragsbestand, ein starkes Quartal und jetzt auch noch eine bekräftigte Kaufempfehlung mit ambitioniertem Kursziel — Siemens liefert derzeit gleich mehrere Gründe, genauer hinzuschauen.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte der Auftragseingang um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro zu, der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,34 zeigt: Es kommen deutlich mehr neue Aufträge herein, als im gleichen Zeitraum abgearbeitet werden.

Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordniveau von 132 Milliarden Euro. Getragen wird das Wachstum vor allem von Industrieinvestitionen und der fortschreitenden Automatisierung — Bereiche, in denen Siemens breit aufgestellt ist und dadurch weniger konjunkturabhängig agiert als klassische Maschinenbauer.

Analysten bleiben zuversichtlich

Bernstein Research bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Aktie und sieht im Digital-Industries-Geschäft hohes Ergebnispotenzial. Das Kursziel liegt bei 330 Euro — deutlich über dem aktuellen Kursniveau um 277 bis 281 Euro.

Charttechnisch bewegt sich Siemens seit November 2022 in einer intakten Aufwärtssequenz. Die 200-Tage-Linie wurde in dieser Zeit nur fünfmal unterschritten, zuletzt im März 2026 im Zuge von Diskussionen um die Einordnung des Konzerns als Softwareunternehmen.

Ausgehend von 275,75 Euro rutschte die Aktie damals in der Spitze um rund 28 Prozent auf 198 Euro ab. Die Erholung verlief zügig: Am 28. August 2026 markierte Siemens mit 291,70 Euro ein Allzeithoch, ehe der Kurs wieder auf rund 260 Euro nachgab.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,21 für die Geschäftsjahre 2026/2027 ist die Bewertung für einen Industriekonzern hoch angesetzt. Die zunehmende Einordnung als Software- und Digitalisierungsanbieter dürfte diesen Aufschlag zumindest teilweise erklären.

Ein Risikofaktor bleibt die Abhängigkeit vom globalen KI-Investitionszyklus: Sollten sich die derzeit hohen Investitionssummen der Branche als überzogen erweisen, dürfte das auch Siemens zu spüren bekommen.

Charttechnisch gilt die Marke bei 245,85 Euro als wichtige Unterstützung, nach oben markiert das Allzeithoch bei 291,70 Euro den nächsten Widerstand. Ob Bernstein mit seinem Kursziel von 330 Euro recht behält, hängt maßgeblich davon ab, wie nachhaltig sich die aktuelle Investitionsdynamik in der Industrie fortsetzt.

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