Siemens Aktie: Bewertungsspannung

Siemens verzeichnet operative Erfolge und Wachstum, doch Analysten halten die Aktie mit Kurszielen unter dem aktuellen Niveau für voll bewertet. Der nächste Quartalsbericht wird entscheidend sein.

Die Kernpunkte:
  • Aktueller Kurs über Analystenzielen von UBS und RBC
  • Rekordwert bei nachhaltigen Umsätzen gemäß EU-Taxonomie
  • Zukauf zur Stärkung der Digital-Industries-Sparte
  • Nächster Prüfstein ist der Quartalsbericht im Februar

Siemens meldet operative Erfolge, baut sein Digital- und Infrastrukturgeschäft aus – und dennoch liegt der Aktienkurs inzwischen spürbar über den Kurszielen wichtiger Analysten. Der Kernkonflikt: Die Story stimmt, die Zahlen zum Wachstum ebenfalls, aber wie weit trägt die aktuelle Bewertung noch?

Der Titel gehört weiter zu den stärkeren DAX-Werten, notiert heute bei rund 261,30 Euro und damit klar über mehreren mittelfristigen Durchschnittswerten. Charttechnisch wirkt das konstruktiv, doch die Analystenseite sendet deutlich zurückhaltendere Signale.

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Analysten sehen begrenzten Spielraum

In den vergangenen 24 Stunden haben zwei große Häuser ihre Einschätzungen aktualisiert – mit einer bemerkenswerten Diskrepanz zwischen Rating und Kursziel.

  • Aktueller Kurs: ca. 261 Euro
  • UBS-Kursziel: 255 Euro (Rating: Buy)
  • RBC-Kursziel: 245 Euro (Rating: Hold)

Die UBS bleibt trotz der bereits starken Kursentwicklung bei „Buy“. Positiv hervorgehoben werden vor allem die Entwicklungen in der Industrie-Automatisierung, insbesondere in China. Das formale Kursziel von 255 Euro liegt jedoch unter dem aktuellen Niveau, was den Spielraum nach oben aus Sicht der Schweizer Bank begrenzt erscheinen lässt.

RBC Capital ist noch vorsichtiger. Mit einem Kursziel von 245 Euro und einem Hold-Rating sehen die Analysten eher Korrekturpotenzial als weiteren deutlichen Anstieg. Zusammen ergibt sich damit ein Bild, in dem die fundamentale Qualität des Unternehmens anerkannt wird, die Bewertung aber zunehmend ambitioniert erscheint.

Der Blick auf die Kennzahlen unterstreicht diese Spannung: Die Aktie liegt rund 14 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und knapp 10 Prozent über der 50-Tage-Linie, während der 14-Tage-RSI mit 48,7 einen neutralen Bereich signalisiert – überhitzt wirkt der Titel also nicht, aber günstig ist er aus Analystensicht ebenfalls nicht mehr.

Operative Stärke: Taxonomie und Zukauf

Parallel zur Bewertungsdiskussion liefert Siemens auf der operativen Seite positive Nachrichten. Die Mobilitätssparte meldet für das Geschäftsjahr 2025 einen Rekordwert in der Nachhaltigkeitsberichterstattung: 87 Prozent der Umsätze wurden als EU-Taxonomie-konform eingestuft. Das ist der höchste Wert seit Beginn dieser Berichtspraxis und stärkt die Positionierung im Bereich nachhaltiger Infrastrukturprojekte – ein Argument, das langfristig für stabile Nachfrage sprechen dürfte.

Zudem setzt der Konzern seine Digitalstrategie fort. Mit der Übernahme von Aster Technologies baut Siemens die Kompetenzen in der elektronischen Design-Automatisierung und beim digitalen Zwilling weiter aus, einem Kernfeld der Sparte Digital Industries. Diese Zukäufe zielen darauf, das Angebot entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu verbreitern – vom Entwurf über die Simulation bis in den Betrieb.

Solche Schritte liefern eine nachvollziehbare Wachstumsstory, ändern aber kurzfristig nichts daran, dass der Markt dem Titel bereits einen spürbaren Vorschuss einräumt.

Marktumfeld und nächste Wegmarke

Das aktuelle Marktumfeld spielt Siemens in die Karten. Der DAX zeigt sich zur Wochenmitte stabil, Industrie- und Technologiewerte gehören zu den Gewinnern. Auch Siemens Energy legt zu und sorgt damit für positive Stimmung im Sektor, wovon die frühere Mutter psychologisch mitprofitiert.

Kursseitig spiegelt sich das in einer soliden Entwicklung: Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von knapp 10 Prozent, innerhalb eines Jahres beträgt der Zuwachs gut ein Drittel. Vom 52‑Wochen-Hoch bei knapp 288 Euro ist die Aktie allerdings noch rund 9 Prozent entfernt – der Trend ist intakt, aber nicht am oberen Extrem.

Der nächste harte Prüfstein steht bereits fest: Am 12. Februar 2026 legt Siemens die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor. Dann wird sich zeigen, ob die starke operative Entwicklung in Bereichen wie Industrie-Automatisierung, grüner Infrastruktur und Digital Industries die aktuell ambitionierte Bewertung untermauern kann oder ob die von UBS und RBC skizzierten, moderateren Kursziele näher rücken.

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