Siemens Aktie: Erfolgskurs intakt!

Siemens übertrifft Analystenerwartungen deutlich und hebt die Gewinnprognose an. Die Aktie erreicht ein Rekordhoch und löst SAP als wertvollstes DAX-Unternehmen ab.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsgewinn deutlich über Analystenschätzungen
  • Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben
  • Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro
  • Digital Industries mit zweistelligem Wachstum

Die Siemens-Aktie markierte heute ein neues Allzeithoch bei 273,30 Euro – ein Plus von über 6 Prozent zum Handelsstart. Damit löst der Münchner Technologiekonzern SAP als wertvollstes Unternehmen im DAX ab. Der Grund für die Kursexplosion: Siemens übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich und hebt die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an.

Das erste Quartal 2025/26 (Oktober bis Dezember 2025) verlief deutlich besser als vom Markt erwartet. Das Ergebnis des industriellen Geschäfts kletterte um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro – Analysten hatten nur 2,64 Milliarden Euro auf dem Zettel. Alle Bereiche trugen zu diesem Wachstum bei, wobei die Fabrikautomatisierung besonders glänzte.

Digital Industries dreht auf

Die Sparte Digital Industries zeigte eine deutliche Erholung nach dem schwachen Vorjahresquartal. Sowohl im Automatisierungs- als auch im Softwaregeschäft verzeichnete Siemens ein zweistelliges Wachstum beim Neugeschäft. Der Auftragseingang stieg auf vergleichbarer Basis um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro – auch hier lagen die Erwartungen der Analysten mit 20,8 Milliarden Euro deutlich darunter.

Besonders bemerkenswert: Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen neuen Rekordstand. Konzernchef Roland Busch betonte: „Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unsere Geschäfte.“

Rechenzentren als Wachstumsmotor

Ein wesentlicher Treiber war die Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren, hauptsächlich in den USA. Die Sparte Smart Infrastructure warb Großaufträge mit einem Rekordvolumen von 1,8 Milliarden Euro ein – rund die Hälfte davon entfiel auf Großprojekte. Das Electrification-Geschäft legte um beeindruckende 38 Prozent zu.

Finanzvorstand Ralf Thomas kommentierte: „Die Nachfrage nach Rechenzentren hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen.“ Busch ergänzte, er gehe davon aus, dass der Boom in diesem Bereich anhalten werde.

Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro – exakt im Rahmen der Analystenschätzungen. Die bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 2,22 Euro auf 2,80 Euro.

Prognose nach oben

Aufgrund des starken Starts hebt Siemens die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll nun zwischen 10,70 und 11,10 Euro liegen – bisher hatte das Management mit 10,40 bis 11,00 Euro gerechnet. Die Anhebung in der Mitte der Spanne beträgt 20 Cent.

Beim Umsatz peilt Siemens nun Wachstum in der oberen Hälfte des Zielkorridors von 6 bis 8 Prozent an, was einem Plus von mehr als 7 Prozent entspricht. Analysten waren zuletzt im Konsens nur von 6,9 Prozent ausgegangen. Thomas präzisierte: „Wir beabsichtigen nun, ein vergleichbares Umsatzerlöswachstum in der oberen Hälfte unseres Zielkorridors zu erreichen.“

Weitere Kurstreiber in Sicht

Neben den operativen Erfolgen gibt es weitere positive Impulse: Der Verkauf des Airport-Logistik-Geschäfts an Vanderlande dürfte im laufenden zweiten Quartal einen Buchgewinn zwischen 150 und 200 Millionen Euro bringen. Das Closing fand vor wenigen Tagen statt.

Die geplante Abspaltung von 30 Prozent der Siemens Healthineers-Anteile könnte sich allerdings verzögern. Busch deutete an, dass der Spinoff möglicherweise erst 2027 über die Bühne gehen wird – statt wie ursprünglich geplant zur Jahresmitte 2026. „Ein Abstand von sechs Monaten macht vor dem Hintergrund dessen, wie lange wir Siemens Healthineers jetzt haben, am Ende auch keinen ganz so großen Unterschied“, so der Konzernchef.

Noch offen ist zudem die Frage, ob die Einbuchung der Healthineers-Aktien in die Depots der Siemens-Aktionäre steuerfrei erfolgen kann. Diese Klarstellung soll bei Veröffentlichung der Details erfolgen.

Analystenstimmen überwiegend positiv

Die Experten zeigten sich beeindruckt von den Zahlen. Mark Fielding von der kanadischen Bank RBC sprach von einem starken Start ins Geschäftsjahr bei guter Auftragslage. Die Analysten von Jefferies lobten besonders die Entwicklung bei Digital Industries und Smart Infrastructure.

Daniela Costa von Goldman Sachs geht davon aus, dass der Ergebniskonsens für das Gesamtjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen dürfte. Die positive Resonanz spiegelt sich im Kurs wider: Seit Jahresbeginn legte die Aktie bereits um fast 14 Prozent zu.

Mit dem heutigen Kurssprung hat Siemens auch den DAX über die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten gehievt. Der Leitindex stieg um 1,1 Prozent auf 25.117 Punkte – die Bestmarke von 25.507 Zählern rückt damit näher.

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