Siemens Aktie: Im Sog von ABB

ABB verliert nach dem Quartalsbericht an der Börse; Siemens rutscht auf den tiefsten Stand seit Mai.

Die Kernpunkte:
  • ABB-Auftragseingang steigt um 40 Prozent
  • ABB-Nettogewinn sinkt um zwei Prozent
  • Siemens verliert im frühen Handel knapp vier Prozent
  • Kurs fällt unter die 200-Tage-Linie

Starke Aufträge, trotzdem rote Zahlen: Der Schweizer Konkurrent ABB zieht Siemens am Dienstag mit nach unten. Die Münchner rutschen im frühen Handel um knapp vier Prozent ab und sind damit größter Verlierer im DAX.

ABB-Zahlen belasten die Branche

Auslöser ist der Quartalsbericht von ABB. Umsatz und Auftragseingang legten im dritten Quartal erneut zweistellig zu, die ohnehin hohe Marge verbesserte sich weiter. Beim vergleichbaren Auftragseingang meldete ABB ein Plus von 40 Prozent, getrieben vom Geschäft mit Rechenzentren. Das übertraf die Erwartungen.

Die Anleger störten sich an anderer Stelle. Der Gewinn je Aktie verfehlte nach Einschätzung von Berenberg-Analyst Richard Dawson den Konsens, der Nettogewinn sank um zwei Prozent. Auch die leicht angehobene Umsatzprognose für das Gesamtjahr half wenig. An der Schweizer Börse verlor ABB zeitweise rund sechs Prozent.

Goldman-Sachs-Analystin Daniela Costa sieht in der Elektrifizierung zwar grundsätzlich einen Treiber, der auch Siemens und Legrand zugutekommt. Die Prognoseerhöhung bringe jedoch kaum frische Impulse, da die Markterwartungen bereits ambitioniert gewesen seien.

Chartbild trübt sich ein

Siemens fiel auf 255,85 Euro und damit unter die 200-Tage-Linie. Das ist der tiefste Stand seit Mai. Das Papier hatte zuletzt schon an Boden verloren und über längere Zeit schwächer abgeschnitten als ABB.

Technisch wirkt das Bild bei Siemens derzeit noch etwas stabiler als beim Wettbewerber. ABB verließ nach einer Seitwärtsphase die Spanne nach unten, nachdem die Aktie im ersten Halbjahr 2026 stark gelaufen war.

Für Siemens kommt es nun auf den Bereich zwischen 250 und 255 Euro an. Fällt der Kurs nachhaltig darunter, würde sich das Chartbild weiter verschlechtern. Die Analystenziele liegen derweil deutlich höher: Sie reichen von 270 bis 345 Euro. Die nächsten Quartalszahlen legt Siemens am 12. November vor.

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