Siemens Aktie: Ramp-up-Zeit um 50 Prozent verkürzt
Siemens kooperiert mit TRAK Machine Tools, um die Hochlaufphase neuer Anlagen um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.

- Aktie steigt heute um 2,8 Prozent
- Kooperation mit TRAK Machine Tools
- Hochlaufzeit sinkt um bis zu 50 Prozent
- Quartalszahlen folgen am 12. November
Siemens treibt die Effizienz in der industriellen Automatisierung voran und verspricht Kunden spürbare Zeiteinsparungen bei der Inbetriebnahme neuer Maschinen. Mit einer neuen Initiative will der Technologiekonzern die Vorbereitung im Maschinenbau deutlich verkürzen. An den Finanzmärkten stießen die Signale auf ein positives Echo: Die Aktie legte heute um 2,8 Prozent auf 267,60 Euro zu.
Das Programm namens „Meet at the Machine“ setzt direkt an der Schnittstelle zwischen Werkzeugmaschinen und industrieller Software an. Siemens arbeitet dabei zunächst mit dem Partner TRAK Machine Tools zusammen. Die Programmierung, Simulation und virtuelle Validierung neuer Anlagen soll künftig bereits während des mechanischen Maschinenbaus stattfinden.
Laut Mark Hindsbo von Siemens Operations Software lässt sich die sogenannte Ramp-up-Zeit damit um bis zu 50 Prozent verkürzen. Ein durchgängiger digitaler Faden soll sicherstellen, dass die Fertigungssysteme unmittelbar nach dem ersten Einschalten produktiv arbeiten.
Der Konzern reagiert damit auf den wachsenden Druck in der Fertigungsindustrie, Produktionsprozesse flexibler und kostengünstiger aufzustellen. Virtuelle Simulationen vor dem eigentlichen Produktionsstart verringern Ausfallzeiten in Werkshallen und schonen Budgets. Für industrielle Anwender gewinnen integrierte Softwarelösungen daher zunehmend an Bedeutung gegenüber reiner Hardware.
Herausforderndes Branchenumfeld für den Maschinenbau
Der technologische Vorstoß fällt in eine konjunkturell anspruchsvolle Phase der Kernkunden. Der Branchenverband VDMA senkte seine Produktionsprognose für den deutschen Maschinenbau im laufenden Jahr auf minus zwei Prozent, rechnet für das Folgejahr allerdings wieder mit einem Zuwachs von drei Prozent.
Gleichzeitig meldete das Statistische Bundesamt für das Verarbeitende Gewerbe im Juli eine historisch hohe Reichweite des Auftragsbestands von 9,0 Monaten.
Parallel zur technischen Weiterentwicklung treibt Siemens auch die interne Kompetenz im Bereich moderner Technologien voran. Unter Führung von Bettina Weckesser, Global Head of Siemens Professional Education, verankert der Konzern künstliche Intelligenz fest in seinen Ausbildungs- und Studienprogrammen.
Als Vorreiter dienen dabei unter anderem die konzerneigenen Werke in Amberg und Erlangen, die vom Weltwirtschaftsforum für ihre Rolle in der vernetzten Produktion ausgezeichnet wurden.
Anleger blicken auf den November
Am Aktienmarkt notiert das Papier derzeit mit einem Abschlag von 8,2 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch. Frische Orientierung über die operative Entwicklung verspricht der anstehende Finanzkalender: Siemens legt die Geschäftszahlen für das vierte Quartal am 12. November vor.
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