Siemens Aktie: Salesforce-Kooperation wird vertieft

DZ Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest, während Evercore ISI Siemens auf Neutral herabstuft; Aufträge und Rückkäufe ergänzen das Bild.

Die Kernpunkte:
  • DZ Bank bestätigt Kaufempfehlung für Siemens
  • Evercore ISI stuft auf Neutral zurück
  • ÖBB-Auftrag umfasst rund 1,3 Milliarden Euro
  • Siemens kaufte über 3,93 Millionen Aktien zurück

Die Einschätzungen zur weiteren Kursentwicklung von Siemens gehen zum Auftakt des vierten Quartals auseinander. Während die DZ Bank gestern ihre Kaufempfehlung mit einem fairen Wert von 330 Euro bestätigte, nahm das Analysehaus Evercore ISI am selben Tag eine Abstufung von „Kaufen“ auf „Neutral“ vor und setzte das Kursziel auf 315 Euro fest. Am Markt zeigte sich der Industriekonzern davon unbeeindruckt: Das Papier schloss am Freitag mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 276,15 Euro.

Die unterschiedlichen Einstufungen spiegeln die Debatte über das künftige Wachstumstempo wider. Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank begründete seine positive Haltung mit der zunehmenden Verschmelzung von operativer Technik (OT) und Informationstechnik (IT).

Über die Plattform Siemens Xcelerator seien künftig vermehrt wiederkehrende Umsätze sowie steigende Margen im softwarebasierten Servicegeschäft zu erwarten. Evercore ISI positionierte sich dagegen mit der Einstufung „In-Line“ vorsichtiger für den weiteren Kursverlauf.

Solide Auftragslage stützt das operative Geschäft

Rückendeckung erhält der Münchener Konzern durch jüngste Erfolge im Infrastruktur- und Bahnsektor. Erst am 23. September sicherte sich die Mobilitätssparte Siemens Mobility einen Großauftrag der österreichischen ÖBB-Infrastruktur AG. Die Vereinbarung zur Digitalisierung der Stellwerkstechnik umfasst ein Volumen von rund 1,3 Milliarden Euro und ist Teil einer umfassenderen Rahmenvereinbarung über insgesamt 2,6 Milliarden Euro.

Parallel dazu treibt Siemens die Vernetzung seiner Softwarelösungen im Industriebereich voran. Im September vertiefte das Unternehmen seine Kooperation mit Salesforce, um technische Produktinformationen aus Teamcenter SLM direkt in vertriebs- und servicebezogene Kundenprozesse einzubinden.

Kapitalrückführung läuft planmäßig weiter

Neben Großaufträgen sorgt die konzerneigene Kapitalallokation für Nachfrage nach den Anteilsscheinen. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms erwarb Siemens im Zeitraum vom 21. bis einschließlich 27. September 321.167 eigene Papiere. Seit dem Beginn des Rückkaufs Anfang Juli summierte sich das Volumen bis Ende September auf über 3,93 Millionen Aktien.

Mit dem jüngsten Kursanstieg notiert die Aktie rund 5,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Für Anleger rückt nun der nächste fundamentale Zwischenbericht in den Fokus: Die Veröffentlichung der kommenden Quartalsmitteilung ist für den 12. November 2026 terminiert.

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