Siemens Aktie: Zölle dämpfen KI-Fantasie

Siemens meldet starkes operatives Wachstum und hebt Prognose an, doch neue US-Zölle und eine bevorstehende Konzernumstrukturierung belasten die Aktienperformance.

Die Kernpunkte:
  • Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro
  • Neue US-Zölle könnten bis zu 500 Millionen Euro kosten
  • Industriegewinn im ersten Quartal um 15 Prozent gestiegen
  • Tiefgreifende Aufspaltung der Kernsparten geplant

Ein Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro und eine angehobene Jahresprognose sollten eigentlich für Euphorie sorgen. Stattdessen notiert der Titel seit Januar spürbar im Minus. Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger liegt in einer komplexen Gemengelage aus neuen US-Zöllen und einem bevorstehenden Konzernumbau, die das starke operative Geschäft derzeit überschattet.

Auf der kommenden Hannover Messe ab dem 20. April rückt Siemens seine Ambitionen im Bereich der industriellen Künstlichen Intelligenz in den Mittelpunkt. Ein zentrales Element ist dabei der auf Nvidia-Technologie basierende „Digital Twin Composer“, der in Zusammenarbeit mit PepsiCo zum Einsatz kommt. Diese technologische Ausrichtung spiegelt sich bereits in den Büchern wider: Im ersten Quartal kletterte der Industriegewinn um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Besonders die Sparte Digital Industries stach mit einem Wachstum von 37 Prozent hervor, angetrieben von lukrativen Rechenzentrum-Deals.

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Umbruch und handelspolitischer Gegenwind

Trotz der operativen Stärke agiert der Konzern in einem zunehmend schwierigen Umfeld. Die jüngste Einigung zwischen der EU und den USA auf einen Zollsatz von 15 Prozent für europäische Exporte könnte Siemens bis zu 500 Millionen Euro kosten. Gleichzeitig warnt das Management vor einer unsicheren Investitionsstimmung in wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobilindustrie.

Parallel dazu steht der Münchener Konzern vor tiefgreifenden internen Veränderungen. Berichten zufolge sollen die beiden Kernsparten Digital Industries und Smart Infrastructure in sechs bis sieben kleinere Einheiten aufgespalten werden, um Doppelstrukturen abzubauen. Diese Kombination aus externen Belastungen und interner Reorganisation erklärt, warum der Kurs am Dienstag bei lediglich 210,00 Euro schloss und damit seit Jahresbeginn rund 12,8 Prozent eingebüßt hat.

Mai bringt strategische Klarheit

In dieser Umbruchphase hat Veronika Bienert zum 1. April das Amt der Finanzchefin übernommen. Sie erbt eine nach dem starken Jahresauftakt angehobene Prognose, die ein Ergebnis je Aktie zwischen 10,70 und 11,10 Euro in Aussicht stellt. Wie widerstandsfähig das Geschäftsmodell unter den neuen Zollbedingungen tatsächlich ist, wird sich im Mai zeigen. Dann stehen nicht nur die Zahlen für das zweite Quartal an, sondern auch die entscheidenden Gespräche mit dem Aufsichtsrat über die endgültige Form der Konzernumstrukturierung.

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