Siemens: Eigen Engineering Agent zwei- bis fünfmal schneller

Siemens stellt autonomen KI-Agenten vor, der Engineering-Aufgaben selbstständig erledigt und laut Pilotprojekten die Effizienz um bis zu 50 Prozent steigert.

Die Kernpunkte:
  • Autonomer Agent übernimmt Planung und Programmierung
  • Bis zu fünfmal schnellere Abläufe als manuelle Arbeit
  • Lösung für den globalen Fachkräftemangel in der Industrie
  • Integriert in die weltweit genutzte TIA-Portal-Software

Wer bisher dachte, KI im Maschinenbau bedeute smarte Vorschläge und Autovervollständigung, muss umdenken. Siemens hat auf der Hannover Messe ein System vorgestellt, das Automatisierungsaufgaben nicht vorschlägt — sondern selbst erledigt.

Planen, programmieren, konfigurieren — ohne Mensch

Der Eigen Engineering Agent übernimmt konkrete Engineering-Aufgaben: SPS-Programmierung, HMI-Visualisierung und Gerätekonfiguration. Das System plant eigenständig, korrigiert sich selbst und arbeitet direkt in realen Engineering-Umgebungen. Industrielle Sicherheits- und Qualitätsstandards hält es dabei ein.

Siemens nennt klare Leistungsdaten aus über 100 Pilotprojekten in 19 Ländern. Demnach arbeitet die KI zwei- bis fünfmal schneller als manuelle Abläufe. Die Effizienz soll um bis zu 50 Prozent steigen, die Gesamtqualität der Ergebnisse um bis zu 80 Prozent. Ein konkretes Beispiel: Die Einarbeitungszeit neuer Ingenieure sank von mehreren Wochen auf wenige Tage.

Fachkräftemangel als eigentlicher Treiber

Hinter dem Launch steckt ein strukturelles Problem. Branchenschätzungen gehen bis 2030 von weltweit bis zu sieben Millionen fehlenden Beschäftigten im produzierenden Gewerbe aus. In manchen Sektoren bleibt rund jede fünfte Ingenieurstelle unbesetzt. Siemens-Manager Vasi Philomin bringt es auf den Punkt: Die Automatisierungstechnik werde zum Engpass, weil die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten übersteige.

Der Eigen Engineering Agent ist in Siemens‘ TIA Portal integriert, das weltweit über 600.000 Nutzer zählt. Er läuft auf Microsoft-Cloud-Diensten und ist über den Siemens Digital Exchange Marketplace verfügbar.

Milliarden-Strategie bekommt ein Gesicht

Der Launch ist kein isoliertes Produkt. Er ist Teil der Milliarden-Investition in industrielle KI, die Siemens im November 2024 ankündigte. Mehr als 1.500 KI-Experten arbeiten intern daran, über 2.000 KI-Patentfamilien sichern das Fundament.

Die Aktie spiegelt die positive Stimmung rund um das KI-Engagement wider. Mit rund 242 Euro notiert sie rund 14 Prozent über dem Stand von vor 30 Tagen — und klar oberhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von etwa 236 Euro. Der RSI von 31 deutet allerdings auf eine technisch überverkaufte Zone hin, was nach dem starken Lauf keine Überraschung ist.

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