Siemens Energy Aktie: 1 Gigawatt für KI-Rechenzentren

Siemens Energy sichert sich Großaufträge für KI-Rechenzentren und Offshore-Netzausbau. Rekordauftragsbestand und bestätigte Prognose stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Rekordauftragseingang von 17,9 Mrd. Euro
  • KI-Rechenzentren: 1 GW Turbinenlieferung
  • Offshore-Plattform North Sea Connector 2
  • Aktie trotz Rücksetzer im Aufwärtstrend

Siemens Energy treibt sein Engagement rund um die Stromversorgung von Rechenzentren voran. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Konzern gemeinsam mit Babcock & Wilcox 20 Dampfturbogenerator-Sets mit insgesamt einem Gigawatt Kapazität für KI-Datenzentren-Projekte liefert, eingebettet in das sogenannte FastPower-Programm.

Am selben Tag meldete Siemens Energy zudem einen Auftrag von SBM Offshore für die Stromversorgung und Gaskompression bei Petrobras-FPSO-Einheiten vor der brasilianischen Küste.

Die beiden Aufträge fügen sich in ein Bild, das der Konzern seit Wochen zeichnet: wachsende Bedeutung an der Schnittstelle von Energieinfrastruktur und Rechenleistung. Untermauert wird dieser Trend durch eine Ankündigung von Hewlett Packard Enterprise auf der Konferenz „Discover 2026″ am Mittwoch.

Dort erklärte HPE, dass Siemens Energy die private Cloud-Lösung des Unternehmens samt Nvidia-Technologie für technische Simulationen und Workload-Management einsetzt – ein Beleg dafür, wie eng die Energiebranche inzwischen mit der KI-Infrastruktur verzahnt ist.

Rekordquartal als Fundament

Die operative Stärke hinter diesen Geschäften zeigte sich bereits am vergangenen Mittwoch, als Siemens Energy Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegte.

Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert, getragen von starkem Wachstum bei Gas Services sowie kräftigen Zuwächsen in den Sparten Grid Technologies und Transformation of Industry. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57, der Auftragsbestand kletterte auf 162 Milliarden Euro.

Auch die Windkraft-Sparte Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen in einem Quartal. Der Konzern bestätigte daraufhin die nach dem ersten Halbjahr angehobene Prognose für das laufende Geschäftsjahr, mit Tendenz zum oberen Ende der Marge-Bandbreite. Seither hat die Aktie rund 1,3 Prozent verloren.

Weitere Netzausbau-Aufträge sichern Auslastung

Neben dem Rechenzentren-Geschäft baut Siemens Energy auch klassische Netzinfrastruktur weiter aus. Ende Juli erhielt ein Konsortium mit Neptun Smulders von 50Hertz den Zuschlag für eine 2-Gigawatt-Offshore-Konverterplattform namens North Sea Connector 2, deren Inbetriebnahme für Ende 2034 geplant ist. 95 Prozent der Siemens-Komponenten stammen aus deutschen Werken, über 500 langfristige Arbeitsplätze sollen in Mecklenburg-Vorpommern entstehen.

Eine begleitende Service-Vereinbarung für Wartung, IT-Services und Bereitschaftsdienste wird erst im nächsten Geschäftsjahr ab dem 1. Oktober 2026 vollständig gebucht.

Kursniveau spiegelt breite Nachfrage

An der Börse notiert die Aktie am Freitag bei 161,00 Euro und damit 3,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 155,26 Euro – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Kursrücksetzer den mittelfristigen Aufwärtstrend nicht gebrochen hat.

Auf Jahressicht steht ein Plus von 34 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Zuwachs auf 64 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, ist das Papier derzeit 18 Prozent entfernt.

Die Kombination aus Rekordauftragsbuch, diversifizierten Wachstumsfeldern von Offshore-Netzen bis KI-Rechenzentren und einer bestätigten Gewinnprognose liefert die fundamentale Basis für die aktuelle Bewertung. Für Anleger bleibt der nächste Fixpunkt die Bilanz zum vierten Quartal, die für den 11. November angesetzt ist.

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