Siemens Energy Aktie: 154 Milliarden Auftragsbestand

Siemens Energy übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal, doch die Aktie fällt. Der Auftragsbestand erreicht einen Rekordwert von 154 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt auf über 10 Milliarden Euro
  • Aktie fällt nach starken Quartalszahlen
  • Gamesa muss Breakeven im zweiten Halbjahr schaffen
  • Auftragsbestand erreicht historischen Höchststand

Starke Zahlen, angehobene Prognosen und ein voller Auftragsbestand. Eigentlich lieferte Siemens Energy ein makelloses zweites Quartal. Der Markt reagierte trotzdem mit Verkäufen. Die hohe Bewertung verzeiht aktuell keine Unsicherheiten.

Operativ lief es von Januar bis März hervorragend. Der Umsatz stieg auf gut 10,3 Milliarden Euro. Beim Gewinn vor Sondereffekten verbuchte der Konzern 1,16 Milliarden Euro. Das entspricht einem ordentlichen Sprung gegenüber dem Vorjahr. Einen neuen Rekord meldeten die Münchener beim Auftragseingang. Hier sammelte das Unternehmen Bestellungen im Wert von 17,7 Milliarden Euro ein.

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Aktionäre honorierten das Wachstum nicht. Die Aktie rutschte nach den Zahlen um über vier Prozent ab. Marktbeobachter sprechen von einem klassischen „Sell the News“-Effekt. Kein Wunder. Für das laufende Jahr wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf über 42 taxiert. Anleger nehmen nach der massiven Kursrallye der vergangenen zwölf Monate erste Gewinne mit.

Gamesa entscheidet über die Prognose

Das Management blickt derweil optimistischer auf das Gesamtjahr. Der Konzern rechnet nun mit einem Nettogewinn von rund vier Milliarden Euro. Den Free Cashflow peilt der Vorstand bei acht Milliarden Euro an. Diese Ziele haben allerdings einen Haken. Die kriselnde Windkrafttochter Siemens Gamesa muss im zweiten Halbjahr den Breakeven schaffen.

Im abgelaufenen Quartal reduzierte Gamesa den operativen Verlust auf 44 Millionen Euro. Für die erste Jahreshälfte erwartet das Management weiterhin rote Zahlen. Eine kräftige Erholung im Offshore-Geschäft soll ab Sommer die Wende bringen. Verfehlt die Windkrafttochter dieses Ziel, wackelt die gesamte Jahresprognose von Siemens Energy. Daran ändert auch das hochprofitable Netzgeschäft nichts.

Analysten setzen auf den Rekordbestand

Ein gewaltiges Polster bietet der Auftragsbestand. Dieser erreichte zuletzt einen historischen Höchststand von 154 Milliarden Euro. Besonders das Segment Grid Technologies treibt das Wachstum an. Das beruhigt auch die Analysten. Goldman Sachs und Bernstein hoben ihre Kursziele nach den Zahlen deutlich an. Beide sehen die Aktie nun bei über 210 Euro und bestätigen ihre Kaufempfehlungen.

Mögliche US-Strafzölle betrachten die Münchener gelassen. Das Management schätzt die finanziellen Belastungen auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Der Konzern betreibt 28 eigene Produktionsstätten in den USA. Damit federt Siemens Energy geopolitische Risiken lokal ab.

Die nächsten Fakten liefert Siemens Energy voraussichtlich am 5. August. Dann präsentiert der Konzern den Bericht für das dritte Quartal. Im November folgt ein Update zur langfristigen Strategie bis 2030. Spätestens dann muss das Management beweisen, dass die Sanierung von Gamesa nach Plan verläuft.

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