Siemens Energy Aktie: 162 Milliarden Auftragsbestand
Siemens Energy meldet Rekordwerte bei Aufträgen und Umsatz. Die Windkraft-Tochter Gamesa kehrt erstmals seit 2022 in die Gewinnzone zurück.

- Rekordwerte bei Auftragseingang und Umsatz
- Gamesa erstmals wieder profitabel
- Prognose bestätigt, Marge am oberen Ende
- Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen
Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sein profitables Wachstum weiter beschleunigt. Auftragseingang, Umsatzerlöse und Profitabilität erreichten jeweils Rekordniveau, wie das Unternehmen am 5. August mitteilte. Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro – für den Konzern bereits das wiederholte Erreichen einer solchen Bestmarke.
Book-to-Bill und Auftragsbestand auf Höchststand
Besonders bemerkenswert ist das Verhältnis von neuen Aufträgen zu abgerechnetem Umsatz: Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57. Das bedeutet, Siemens Energy erhielt deutlich mehr neue Bestellungen, als im Quartal abgearbeitet wurden.
In der Folge stieg der Auftragsbestand zum Quartalsende auf 162 Milliarden Euro. Ein solcher Bestand verschafft dem Konzern über Jahre hinweg Umsatzsichtbarkeit und dürfte Investoren angesichts der volatilen Energiemärkte Sicherheit geben.
Getragen wurde das Wachstum von einem erneuten Rekordauftragseingang im Bereich Gas Services sowie starken Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry.
Auch die einstige Problemsparte Siemens Gamesa lieferte positive Signale: Der Windkraftanlagenbauer schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen und liegt nach Unternehmensangaben im Plan, in diesem Geschäftsjahr den Break-even zu erreichen. Für den Konzern war Gamesa über Jahre die größte Belastung – die Rückkehr in die Gewinnzone markiert damit einen wichtigen Wendepunkt.
Prognose bestätigt, Tendenz nach oben
Siemens Energy bestätigte die nach dem ersten Halbjahr angehobene Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Bei der Ergebnis-Marge vor Sondereffekten rechnet der Konzern mit einer Tendenz zum oberen Ende der prognostizierten Bandbreite. Für Anleger signalisiert das: Das Management sieht das aktuelle Momentum nicht als Ausreißer, sondern als tragfähigen Trend.
Analysten uneins über weiteres Kurspotenzial
Die jüngsten Quartalszahlen sorgten am Markt für unterschiedliche Reaktionen der Analysehäuser. Die Deutsche Bank Research hob am vergangenen Montag ihr Kursziel von 200 auf 210 Euro an und bestätigte das Rating „Buy“. Oddo BHF bewertete die Aktie hingegen vorsichtiger: Das Kursziel wurde von 187 auf 175 Euro gesenkt, das Rating lautet „Neutral“.
Die Aktie selbst notiert am heutigen Donnerstag bei 163,08 Euro und damit knapp unter dem Schlusskurs vom Mittwoch von 163,70 Euro. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,9 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 35 Prozent verteuert.
Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen dem Titel derzeit 17 Prozent – Spielraum, den die optimistischeren Analysten offenbar für ausbaufähig halten, während Oddo BHF die Bewertung bereits als weitgehend ausgereizt einstuft.
Mit einem Rekordauftragsbestand, einer bestätigten und tendenziell nach oben zeigenden Prognose sowie der Rückkehr von Gamesa in die Gewinnzone hat Siemens Energy im dritten Quartal seine operative Stärke unter Beweis gestellt. Die divergierenden Kursziele der Analysten zeigen jedoch, dass die Bewertung der Aktie nach der starken Rally der vergangenen Monate an den Märkten kontrovers diskutiert wird.
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