Siemens Energy Aktie: 17,7 Milliarden Auftragseingang im Q2

Siemens Energy liefert Gasturbinen für ein Gigawatt-Kraftwerk in Texas und profitiert vom KI-Boom. Rekordaufträge und angehobene Prognose untermauern die starke operative Entwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Gigawatt-Auftrag aus Texas
  • Gasturbinen für KI-Rechenzentren
  • Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro
  • Prognose für 2026 erneut angehoben

Ein Gigawatt Kraftwerksleistung für KI-Rechenzentren in Texas — Siemens Energy sichert sich einen weiteren Großauftrag aus dem boomenden US-Markt. Das Unternehmen profitiert gleich von zwei Megatrends: dem Hunger der KI-Industrie nach Strom und dem weltweiten Ausbau der Stromnetze.

Gasturbinen für Amarillo

Der spanische Anlagenbauer TSK hat bestätigt, dass Siemens Energy drei Gasturbinen der SGT6-5000F-Klasse für ein Kraftwerk in Amarillo, Texas liefert. Auftraggeber ist der Entwickler Fermi America, der dort langfristig mehr als 11 GW Gesamtkapazität aufbauen will. Das Ziel: zuverlässige Stromversorgung für KI-Rechenzentren, deren Energiebedarf konventionelle Erzeugungskapazitäten wieder attraktiv macht.

Siemens Energy steht damit genau im Schnittpunkt zweier Trends. Gaskraftwerke gelten als unverzichtbare Brücke zwischen erneuerbaren Energien und dem konstanten Strombedarf digitaler Infrastruktur.

Volle Auftragsbücher, angehobene Prognose

Die operative Lage des Konzerns ist stark. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Siemens Energy einen Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand liegt nun bei 154 Milliarden Euro.

Das Management hat die Jahresprognose bereits angehoben. Für 2026 erwartet der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, einen Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro und einen Free Cashflow vor Steuern von etwa 8 Milliarden Euro.

Strukturvereinfachung als nächster Kurstreiber?

Deutsche Bank Research (Analyst Gael de-Bray) bestätigte am Wochenende die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 200 Euro. Im Mittelpunkt steht dabei eine mögliche Abspaltung der Industriesparte „Transformation of Industry“ (TI), die Kompressoren und Dampfturbinen bündelt. Analysten bewerten die TI-Sparte mit rund 12,4 Milliarden Euro. Eine Trennung würde das Margenprofil schärfen und den Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern wie GE Vernova verringern.

Die Aktie schloss die vergangene Woche bei 168,88 Euro — ein Wochenplus von 9,4 Prozent und seit Jahresbeginn ein Zuwachs von knapp 38 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 169,31 Euro minimal darüber. Ein klares Überschreiten dieser Marke würde den Weg Richtung 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro öffnen.

Am 29. Juni gibt Siemens Energy im Rahmen eines Pre-Close-Calls Einblick in die aktuelle Geschäftsentwicklung — der nächste konkrete Termin für frische Zahlen.

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