Siemens Energy Aktie: 17,7 Milliarden Auftragseingang
Trotz Rekordaufträgen und angehobener Prognose notiert die Siemens Energy Aktie 20 Prozent unter ihrem Hoch. Roadshow und Aktienrückkauf sollen Vertrauen stärken.

- Neuer Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro
- Prognose für Umsatz und Marge angehoben
- Grid Technologies treibt Wachstum an
- Roadshow und Aktienrückkauf gestartet
Rekordaufträge, angehobene Prognose, laufendes Rückkaufprogramm — und trotzdem liegt die Aktie rund 20 Prozent unter ihrem April-Hoch. Bei Siemens Energy klaffen operative Stärke und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.
Allzeithoch beim Auftragseingang
Das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 war stark. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 835 Millionen Euro. Der Free Cashflow vor Steuern kletterte auf knapp zwei Milliarden Euro. Am auffälligsten: Der Auftragseingang erreichte mit 17,7 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch. Der Auftragsbestand wuchs damit auf 154 Milliarden Euro.
Das Management zog die Konsequenz und hob die Jahresziele deutlich an. Das erwartete Umsatzwachstum steigt auf 14 bis 16 Prozent — zuvor waren 11 bis 13 Prozent geplant. Die operative Marge soll nun 10 bis 12 Prozent erreichen. Den Gewinn nach Steuern schätzt das Unternehmen auf rund vier Milliarden Euro. Den freien Cashflow vor Steuern auf rund acht Milliarden Euro — zuvor waren vier bis fünf Milliarden Euro das Ziel.
Grid Technologies als Wachstumsmotor
Besonders die Sparte Grid Technologies zieht an. Sie soll beim Umsatz um 25 bis 27 Prozent wachsen und eine operative Marge von 18 bis 20 Prozent erzielen. Treiber sind die steigende Nachfrage nach Netzinfrastruktur und der wachsende Strombedarf durch Rechenzentren.
Die Zahlen sprechen für sich. Kein Wunder, dass das Management nun aktiv auf Investoren zugeht.
Roadshow und Aktienrückkauf
Seit heute läuft eine Roadshow, die am 10. und 11. Juni in Kopenhagen und Stockholm fortgesetzt wird. Parallel kauft Siemens Energy eigene Aktien zurück. Eine neue Tranche von bis zu einer Milliarde Euro läuft von Anfang Juni bis Ende September 2026. In der ersten Woche erwarb das Unternehmen bereits 237.040 eigene Aktien. Das Gesamtprogramm sieht Rückkäufe von bis zu sechs Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2027/2028 vor.
Kurs hinkt den Zahlen hinterher
Die Aktie schloss gestern bei 156,46 Euro. Über zwölf Monate beträgt das Plus noch immer 81 Prozent — seit Jahresbeginn rund 27 Prozent. Allerdings hat das Papier in den vergangenen 30 Tagen rund 12 Prozent verloren und liegt damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 168,43 Euro.
Ob die Roadshow und das Rückkaufprogramm die Lücke zwischen Fundamentaldaten und Kurs schließen, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Einen konkreten Katalysator liefern die nächsten Quartalszahlen im Herbst.
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