Siemens Energy Aktie: 17,7 Milliarden Euro Aufträge
Trotz eines Kursrückgangs von 24 Prozent verzeichnet Siemens Energy Rekordaufträge und plant milliardenschwere Aktienrückkäufe.

- Auftragseingang übertrifft Markterwartungen deutlich
- Analysten bestätigen Kursziele bis 225 Euro
- Aktienrückkaufprogramm über sechs Milliarden Euro
- Windkrafttochter Gamesa bleibt Risikofaktor
Nach einem Rekordhoch im April 2026 hat die Siemens Energy Aktie rund 24 % korrigiert. Operativ läuft der Konzern auf Hochtouren — das macht den Kursrückgang zum Widerspruch, den Anleger gerade abwägen.
Technische Warnsignale, aber Boden in Sicht
Mit einem Minus von knapp 7 % in den vergangenen sieben Tagen und einem Kurs von 148,66 Euro ist die Aktie deutlich unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 168,54 Euro gerutscht. Der RSI liegt bei 32,6 — noch nicht im überverkauften Bereich, aber nah dran.
Technisch relevanter ist die Unterstützungszone zwischen 136,62 und 140,82 Euro. Dort verläuft auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 136,12 Euro. Hält dieser Bereich, bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt.
Auftragsrekord trifft Marktzweifel
Das operative Bild zeichnet eine andere Geschichte. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Siemens Energy einen Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro — gegenüber Markterwartungen von 15,6 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand summiert sich auf 154 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 % und einen Gewinn nach Steuern von rund 4 Milliarden Euro. Besonders Grid Technologies wächst stark: Die Sparte profitiert von steigender Nachfrage aus dem Rechenzentrumsmarkt und dem Netzausbau.
Analysten halten die Kaufempfehlungen
Das Research-Bild ist eindeutig. Deutsche Bank und Berenberg sehen beide ein Kursziel von 200 Euro und empfehlen den Kauf. JPMorgan geht mit „Overweight“ und einem Ziel von 225 Euro noch weiter. Alle drei verweisen darauf, dass Sorgen über Überkapazitäten im Gaskraftwerksmarkt übertrieben seien — das Segment macht nur 15 % des Konzernumsatzes aus. Barclays bleibt neutral.
Hinzu kommt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm: Bis 2028 will Siemens Energy Aktien im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro zurückkaufen. Die erste Tranche von einer Milliarde Euro soll bis September 2026 abgeschlossen sein.
Gamesa bleibt das offene Risiko
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Windkrafttochter Gamesa. Sie wies zuletzt einen negativen Free Cashflow von 654 Millionen Euro aus. Das belastet die Gesamtrechnung — und liefert Skeptikern ein Argument gegen die bullishen Kursziele.
Am 5. August 2026 legt Siemens Energy die nächsten detaillierten Geschäftszahlen vor. Dann zeigt sich, ob der Auftragsrekord aus dem zweiten Quartal Bestand hat — und ob Gamesa auf Kurs gebracht wurde.
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