Siemens Energy Aktie: 20 Turbinen für Babcock
Siemens Energy erhält Großauftrag für Rechenzentren und meldet Rekordzahlen. Die Windkraftsparte ist erstmals wieder profitabel, die Aktie bleibt unter ihrem Hoch.

- Großauftrag für Rechenzentren erhalten
- Rekordwerte bei Umsatz und Auftragseingang
- Windkraftsparte erstmals wieder profitabel
- Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt
Siemens Energy baut sein Geschäft mit Energielösungen für Rechenzentren aus. Babcock & Wilcox hat mit dem Konzern am Dienstag eine Vereinbarung über 20 Dampfturbinen-Generatorsätze mit einer Gesamtkapazität von 1 Gigawatt unterzeichnet. Die Einheiten sind für das FastPower-Programm bestimmt, das Energieversorgung für Rechenzentren-Projekte bereitstellt.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie positiver Nachrichten der vergangenen Wochen ein. Am Mittwoch hatte Siemens Energy Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorgelegt, die nach Unternehmensangaben Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatz und Rentabilität zeigten.
Der Auftragseingang im Quartal lag bei 17,9 Milliarden Euro. Seither hat die Aktie rund 1,3 Prozent verloren – ein moderater Rücksetzer nach der vorangegangenen Kursrally, die sich in einem Zuwachs von 34 Prozent seit Jahresbeginn niederschlägt.
Windkraft-Sparte auf Erholungskurs
Bemerkenswert an den jüngsten Quartalszahlen war vor allem die Entwicklung bei Siemens Gamesa. Die Windkraftsparte, die dem Konzern über Jahre schwere Verluste eingebrockt hatte, meldete laut Unternehmensangaben erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Ergebnis. Das Management sieht die Sparte auf Kurs zum Break-even im laufenden Geschäftsjahr 2026.
Für das Gesamtjahr bestätigte Siemens Energy seine Prognose. Die Gewinnmarge vor Sonderposten soll demnach am oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent liegen. Diese Bestätigung dürfte Investoren beruhigt haben, nachdem der scharfe Kursanstieg der vergangenen Monate zunehmend Fragen nach der Nachhaltigkeit des Wachstums aufgeworfen hatte.
Kapitalrückgabe nimmt Fahrt auf
Parallel zum operativen Fortschritt treibt Siemens Energy die Rückgabe von Kapital an Aktionäre voran. Die zweite Tranche eines Aktienrückkaufprogramms über eine Milliarde Euro nähert sich dem Abschluss.
Zusammen mit einer bereits abgeschlossenen ersten Tranche von zwei Milliarden Euro und der bestehenden Dividendenpolitik, die 40 bis 60 Prozent des Nettoeinkommens vorsieht, soll der Konzern im laufenden Jahr bis zu 3,6 Milliarden Euro an Aktionäre zurückführen.
Die Kombination aus operativer Erholung, gefülltem Auftragsbuch und Kapitalrückgabe erklärt einen Teil der Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate, in denen die Aktie um 64 Prozent zulegte. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 161,00 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit bleibt die Aktie rund 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das sie im April erreicht hatte.
Neues Kapazitätsgeschäft als Wachstumstreiber
Der Auftrag von Babcock & Wilcox unterstreicht, wie stark der Bedarf an Energieversorgung für Rechenzentren mittlerweile das Geschäft von Siemens Energy prägt. Kapazitätserweiterungen hatten dem Konzern bereits im dritten Quartal geholfen, den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte zu erzielen.
Sollte sich der Trend zu großvolumigen Aufträgen aus dem Rechenzentren-Segment fortsetzen, dürfte dies die Visibilität für die kommenden Geschäftsjahre weiter erhöhen – ein Faktor, den Anleger angesichts der ambitionierten Bewertung des Konzerns genau beobachten werden.
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