Siemens Energy Aktie: 2,6-Gigawatt-Auftrag im Oman

Siemens Energy erhält 2,6-Gigawatt-Auftrag aus Oman, während Barclays die Aktie herabstuft und vor nachlassender Nachfrage warnt.

Die Kernpunkte:
  • Großauftrag für zwei Kraftwerke im Oman
  • Barclays senkt Aktienrating auf "Underweight"
  • Wasserstofffähige Turbinen als Zukunftsoption
  • Kooperation mit FuelCell Energy vereinbart

Ein 2,6-Gigawatt-Großauftrag aus dem Oman und eine Herabstufung von Barclays treffen an diesem Freitag aufeinander. Für Siemens Energy zeigt sich damit ein vertrautes Muster: operative Stärke auf der einen Seite, wachsende Skepsis unter Analysten auf der anderen. Die Aktie notiert bei 156,54 Euro und liegt damit rund 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro.

Großauftrag mit Wasserstoff-Option

Siemens Energy liefert Gas- und Dampfturbinen sowie Generatoren für zwei Kraftwerksprojekte im Oman. Die Projekte heißen „Misfah“ und „Duqm“ und kommen zusammen auf eine Leistung von fast 2,6 Gigawatt. Ein zentrales Detail: Die Anlagen können auch mit Wasserstoff betrieben werden. Das unterstützt die Dekarbonisierungspläne des Sultanats.

Der Vertrag umfasst zusätzlich langfristige Serviceleistungen. Diese sichern Siemens Energy wiederkehrende Einnahmen über Jahre hinweg. Genau solche Service-Erlöse gelten bei Investoren als besonders wertvoll, weil sie Umsatzschwankungen im Neugeschäft abfedern.

Barclays sieht den Zenit erreicht

Trotz des Auftragserfolgs stuft Barclays-Analyst Vlad Sergievskii die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab. Er erhöht zwar sein Kursziel von 110 auf 130 Euro. Das liegt aber weiterhin deutlich unter dem aktuellen Kurs von 156,54 Euro.

Die Begründung: Das Gasturbinengeschäft habe seinen operativen Höhepunkt erreicht. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Barclays zwar einen Rekord beim freien Cashflow von rund 7,62 Milliarden Euro. Danach drohe jedoch eine Normalisierung der Nachfrage.

Barclays verweist zudem auf die zuletzt eingesammelten Bestellungen von insgesamt 50 Gigawatt. Dieser Wert übersteigt die durchschnittliche globale Nachfrage der Vorjahre deutlich. Die Bank zweifelt daran, dass sich dieses Tempo halten lässt.

Brennstoffzellen als zweites Standbein

Neben dem klassischen Turbinengeschäft baut Siemens Energy auch an Zukunftstechnologien. Der Konzern kündigte am Donnerstag eine Kooperation mit FuelCell Energy an. Ziel ist es, das Wachstum der brennstoffzellenbasierten Stromerzeugung zu beschleunigen.

An der Börse zeigt sich das Papier nach der starken Rally des laufenden Jahres anfällig für Gewinnmitnahmen. Auf Wochensicht verlor die Aktie 6,75 Prozent, seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 27,48 Prozent. Der Kurs hält sich weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 142,49 Euro, was den langfristigen Aufwärtstrend intakt lässt.

Am 5. August 2026 legt Siemens Energy die Zahlen zum dritten Quartal vor. Dann zeigt sich, ob der aktuelle Auftragsschub die Margen tatsächlich stabilisieren kann oder ob Barclays mit seiner Zenit-These recht behält.

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