Siemens Energy Aktie: 300 Millionen Euro Lizenzgebühr entfällt
Der Konzern benennt sich in Omterra um und spart Lizenzgebühren. Analysten sehen nach Kursverlusten Potenzial, während ein Milliardenauftrag die operative Stärke untermauert.

- Umbenennung in Omterra angekündigt
- Jährliche Lizenzkosten von 300 Mio. Euro entfallen
- Analysten stufen Aktie trotz Kursrückgang als Kauf ein
- Großauftrag für Nordsee-Netzanbindung erhalten
Siemens Energy steht vor einem historischen Einschnitt: Der Energiekonzern und die Windtochter Siemens Gamesa sollen künftig unter dem Namen Omterra auftreten. Der Wandel läuft in Phasen an, wie das Unternehmen am Wochenende mitteilte. Der neue Name kombiniert die Silben „om“ und „terra“ und soll die globale Präsenz sowie die technologische Kompetenz des Unternehmens widerspiegeln.
CEO Christian Bruch begründete den Schritt damit, dass der Markenübergang jetzt beginne, weil das Unternehmen strategisch gut positioniert sei. Hintergrund ist eine zeitlich begrenzte Lizenzvereinbarung mit der Siemens AG: Für die Nutzung des Namens zahlte Siemens Energy zuletzt rund 300 Millionen Euro jährlich. Mit dem eigenen Markennamen entfällt diese Gebühr künftig. Eine Kolumne der WirtschaftsWoche kritisierte den Kunstnamen zugleich als wenig identitätsstiftend.
Analysten sehen Kursrückgang als Kaufgelegenheit
Der Namenswechsel fällt in eine Phase, in der die Aktie spürbar unter Druck steht. Am Freitag schloss das Papier bei 150,70 Euro, nach einem Rückgang von 5,22 Prozent auf Monatssicht. Zum Vorwochenschluss legte der Kurs zwar um 0,32 Prozent zu, doch vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro trennen die Aktie noch immer knapp 23 Prozent. Auslöser der jüngsten Schwäche waren enttäuschende Gewinnkennzahlen des US-Konkurrenten GE Vernova, die einen Ausverkauf in der gesamten Sparte für Energieinfrastruktur auslösten.
Mehrere Analysehäuser sehen darin jedoch eine Übertreibung. UBS hob ihr Kursziel für Siemens Energy von 175 auf 210 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. JPMorgan-Analyst Phil Buller bekräftigte sein Overweight-Rating mit einem Kursziel von 225 Euro und bezeichnete den Rückschlag nach den GE-Vernova-Zahlen als unbegründet – die Schwäche solle Anleger eher zum Einstieg animieren als zur Vorsicht. Parallel dazu treibt Siemens Energy die Kapitalrückführung voran: Der Konzern prüft ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro bis 2028, das die operative Stärke des Geschäfts unterstreichen soll.
Großauftrag für Netzanbindung in der Nordsee
Operativ liefert Siemens Energy weiter Argumente für die Wachstumsstory. Gemeinsam mit dem Partner NSORe hat der Konzern den Zuschlag für den North Sea Connector 2 erhalten, ein Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz für eine Netzanbindung mit 2 Gigawatt Kapazität. Der Onshore-Konverter entsteht bei Schwerin, die Offshore-Plattform wird in Rostock gefertigt – rund 95 Prozent der Leistung stammen aus deutschen Werken. Das Projekt soll bis Ende 2034 fertiggestellt sein und mehr als 500 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Ein zweites, vergleichbares Vorhaben namens North Sea Connector 1 befindet sich bereits in Verhandlung.
Ergänzend liefert die Siemens-Gruppe NXAIR-Schaltanlagen für zwei neue Batteriespeicher der ungarischen MVM Group in Tiszaújváros und Ajka, die innerhalb von Sekunden Strom bereitstellen können. Solche Aufträge zeigen, wie breit das Unternehmen im Bereich Netzinfrastruktur und Energiespeicherung inzwischen aufgestellt ist – abseits der öffentlich stärker diskutierten Windsparte, die zuletzt für die Kursvolatilität verantwortlich war.
Blick auf die Quartalszahlen
Die entscheidende nächste Wegmarke für Anleger ist der 5. August, wenn Siemens Energy seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegt. Nach dem Kursrückgang der vergangenen Wochen dürfte insbesondere die Entwicklung im Windgeschäft im Fokus stehen, nachdem die schwachen Zahlen von GE Vernova die gesamte Branche belastet hatten. Mit den angehobenen Kurszielen von UBS und JPMorgan sowie dem laufenden Rückkaufprogramm signalisieren zumindest Teile der Analystengemeinde, dass sie die fundamentale Story trotz der jüngsten Volatilität intakt sehen. Der bevorstehende Namenswechsel zu Omterra dürfte die operative Substanz des Konzerns dabei kaum verändern, wohl aber symbolisch für eine neue Phase nach der Trennung von der Siemens-Marke stehen.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




