Siemens Energy Aktie: 6 Milliarden Euro Rückkäufe bis 2028

Siemens Energy plant milliardenschwere Aktienrückkäufe und erhöht die Cashflow-Prognose. Das Windgeschäft bleibt jedoch eine Risikozone.

Die Kernpunkte:
  • Rückkaufprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro
  • Cashflow-Prognose deutlich angehoben
  • Gamesa-Verlust schrumpft, bleibt aber Risiko
  • Quartalszahlen am 12. Mai erwartet

Siemens Energy steht vor einem heiklen Rollenwechsel. Aus dem früheren Sanierungsfall soll ein Konzern werden, der wieder massiv Kapital an Aktionäre zurückgibt. Der Plan wirkt glaubwürdiger als noch vor einigen Quartalen. Allerdings hängt viel am Windgeschäft.

Die Aktie spiegelt diese neue Erwartung bereits wider. Am Montag notiert sie bei 173,90 Euro und verliert 2,36 Prozent. Seit Jahresanfang bleibt ein Plus von 41,61 Prozent.

Rückkäufe brauchen Cashflow

Siemens Energy plant bis Ende des Geschäftsjahres 2028 Aktienrückkäufe von bis zu 6 Milliarden Euro. Die erste Tranche umfasst bis zu 2 Milliarden Euro. Sie läuft vom 4. März bis zum 30. September 2026.

Seit Start kaufte der Konzern knapp 9,5 Millionen eigene Aktien zurück. Zuletzt kamen weitere 635.000 Stück hinzu. Den Großteil will Siemens Energy einziehen, ein kleinerer Teil soll in Programme für Beschäftigte fließen.

Das ist mehr als Kurspflege. Weniger Aktien erhöhen rechnerisch den Gewinn je Anteil. Für den Kapitalmarkt zählt aber vor allem, ob der freie Cashflow die Pläne trägt.

Hier hat der Vorstand die Messlatte deutlich verschoben. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Siemens Energy nun rund 4 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern. Der Free Cashflow vor Steuern soll rund 8 Milliarden Euro erreichen.

Damit wäre die frühere Spanne beim Cashflow klar überholt. Zusammen mit Dividenden plant der Konzern, in zwei Jahren rund 10 Milliarden Euro zurückzuführen. Analysten rechnen für das laufende Jahr mit einer mehr als verdoppelten Dividende.

Aufträge liefern Rückenwind

Operativ liefert das zweite Quartal eine starke Grundlage. Der Auftragseingang erreichte 17,749 Milliarden Euro. Vergleichbar lag er um 29,5 Prozent höher. Die Marge vor Sondereffekten kam auf 11,3 Prozent.

Der Gewinn nach Steuern erreichte 835 Millionen Euro und blieb damit unter dem Konsens von 911 Millionen Euro. Der Free Cashflow vor Steuern lag bei 1,975 Milliarden Euro. Für die Rückführungspläne ist diese Kennzahl besonders wichtig.

Der Markt setzt damit auf zwei Dinge. Erstens: Die Nachfrage in Netztechnik und Kraftwerksgeschäft bleibt robust. Zweitens: Siemens Energy hält die Kosten im Griff, ohne die Margen wieder preiszugeben.

Gamesa bleibt der Prüfstein

Ganz sauber ist die Geschichte noch nicht. US-Importzölle dürften das Ergebnis nach Einschätzung des Managements nur begrenzt treffen. Der Konzern verweist dabei auf 28 Produktionsstandorte in den USA.

Größer bleibt das Risiko bei Siemens Gamesa. Der operative Verlust schrumpfte im zweiten Quartal auf 44 Millionen Euro. Im Vorjahr lag das Minus noch bei 249 Millionen Euro.

Das ist Fortschritt. Reichen muss er aber noch. Der Vorstand knüpft die angehobene Jahresprognose ausdrücklich an den Breakeven bei Gamesa, vor allem an eine Erholung im Offshore-Geschäft.

Am 12. Mai legt Siemens Energy um 07:00 Uhr die vollständigen Quartalszahlen vor. Um 08:30 Uhr folgt die Telefonkonferenz für Journalisten. Dann zählt vor allem, ob der Cashflow stark genug bleibt und Gamesa den Weg zur Kapitalrückführung nicht wieder ausbremst.

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