Siemens Energy Aktie: 65 Prozent Plus in zwölf Monaten

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch sieht eine verschärfte Bedrohungslage. Analysten bestätigen zugleich ihre positiven Einschätzungen zur Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Christian Bruch warnt vor Sabotagerisiken
  • Aktie verliert binnen 30 Tagen
  • Konzern plant Abspaltung und Umbenennung
  • JPMorgan bestätigt Kursziel von 245 Euro

Christian Bruch schlägt Alarm. Der Vorstandschef von Siemens Energy erklärte laut dpa-afx, die Energie-Infrastruktur in Deutschland gerate stärker unter Beschuss als in anderen europäischen Ländern. Die Bedrohungslage habe sich über die vergangenen zwölf bis achtzehn Monate deutlich verschärft.

Für ein Unternehmen, dessen Kerngeschäft Kraftwerke, Netze und Übertragungstechnik umfasst, ist das mehr als eine politische Randbemerkung – es betrifft die Sicherheit der eigenen Anlagen und jener der Kunden.

Die Aussage fällt in eine Phase, in der Siemens Energy ohnehin im Umbruch steckt. Die Abspaltung der Industriesparte Transformation of Industry, deren Aufsichtsrat bereits am vergangenen Mittwoch grünes Licht für die Verselbstständigung gegeben hatte, bleibt ein zentrales Strukturthema.

Parallel dazu treibt der Konzern die Umbenennung in „Omterra“ voran, unter der Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy künftig unter einer Marke auftreten sollen. Beide Vorhaben binden Managementkapazität – die Warnung vor Sabotagerisiken zeigt, dass operative Sicherheit parallel zur Konzernumbau-Agenda mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit verlangt.

Kurs pendelt trotz Rekordlauf seitwärts

An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Am Freitag schloss das Papier bei 147,08 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Rückgang von 2,7 Prozent zu Buche, und der Kurs notiert damit unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

Seit Jahresbeginn bleibt mit 22 Prozent Zuwachs jedoch eine deutliche Erholung sichtbar, und auf Zwölfmonatssicht hat sich der Wert um 65 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie aktuell 25 Prozent – ein Hinweis darauf, dass trotz der starken Jahresperformance noch Luft nach oben besteht, sollte sich das Sentiment drehen.

Dass die Stimmung zuletzt schwankte, hängt auch mit politischen Nachrichten zusammen. Ende August profitierte die Aktie von einem Energietechnik-Dekret der US-Regierung unter Donald Trump und legte an einem Handelstag um knapp 4 Prozent zu. Solche Impulse zeigen, wie stark der Kurs auf regulatorische Signale aus den USA reagiert – ein Faktor, der neben der operativen Umstrukturierung im Blick bleiben dürfte.

Analysten sehen weiter Potenzial

Von der Analystenseite kam zuletzt Rückenwind. JPMorgan bestätigte am 1. September die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro. Auch Jefferies und Deutsche Bank hatten Ende August ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 215 beziehungsweise 210 Euro bekräftigt.

Die Bandbreite der Kursziele liegt damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau, was auf erhebliches Aufwärtspotenzial aus Sicht der Institute hindeutet – vorausgesetzt, die laufenden Strukturmaßnahmen und die Sicherheitslage belasten das Geschäft nicht stärker als erwartet.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite treiben Konzernumbau und positive Analystenstimmen die langfristige Bewertung, auf der anderen Seite mahnt der eigene CEO zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber physischen Bedrohungen der Energie-Infrastruktur. Beide Entwicklungen dürften die Nachrichtenlage rund um Siemens Energy in den kommenden Wochen prägen.

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