Siemens Energy Aktie: 8,3% Wochenminus

Trotz Bonitätsaufwertung und Gaskraftwerksgesetz fällt die Siemens Energy Aktie. Analysten sehen Gewinnmitnahmen als Ursache.

Die Kernpunkte:
  • Wochenminus von über acht Prozent
  • Gaskraftwerksgesetz eröffnet Auftragschancen
  • Bonitätsnote von S&P aufgestockt
  • Aktienrückkaufprogramm läuft weiter

Siemens Energy bekommt in einer einzigen Woche eine Bonitäts-Aufwertung und ein milliardenschweres Gesetzespaket geschenkt. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem deftigen Verlust. Am Freitag schließt der Kurs bei 152,00 Euro. Das bedeutet ein Wochenminus von 8,30 Prozent.

Gaskraftwerksgesetz trifft auf Gewinnmitnahmen

Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz für neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von elf Gigawatt. Die Anlagen sollen bis Ende 2031 ans Netz gehen. Ab 2045 lassen sie sich auf Wasserstoff umrüsten.

Für Siemens Energy als führenden Gasturbinenhersteller öffnet das Gesetz eine mögliche Auftragspipeline im Heimatmarkt. Das Management hat den Ausblick für die Gasturbinennachfrage bereits auf 110 bis 120 Gigawatt pro Jahr angehoben. Es beschreibt den Markt als angebotsbeschränkt. Schnellere Lieferungen, etwa für Hyperscaler- und Rechenzentrumsprojekte, erzielen laut Unternehmen einen Aufschlag.

Trotz dieser Aussichten fällt die Aktie in der vergangenen Woche. Marktbeobachter werten das teils als „Sell on Good News“-Reaktion. Die guten Nachrichten waren demnach bereits eingepreist. Jetzt nehmen Anleger Gewinne mit.

S&P Global sieht steigende Profitabilität

Ein zweites starkes Signal kommt von S&P Global Ratings. Die Agentur hebt am 3. Juli 2026 die langfristige Bonitätsnote von „BBB“ auf „BBB+“ an. Der Ausblick bleibt stabil.

S&P begründet die Aufwertung mit steigender Rentabilität und besserer Cashflow-Generierung. Die bereinigte EBITDA-Marge soll in den Geschäftsjahren 2026 und 2027 weiter steigen.

Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, kurz SGRE, soll 2026 die Gewinnschwelle erreichen. Ab 2027 rechnet die Agentur mit positiven EBITDA-Margen. Auch die starke Marktposition in den Bereichen Gas Services und Grid Technologies stützt das Rating.

Analysten uneins, Rückkauf läuft weiter

Die Einschätzungen der Banken gehen auseinander. Barclays stuft die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab. Im gleichen Schritt hebt die Bank das Kursziel von 110 auf 130 Euro an. Andere Banken bestätigen ihre Kaufempfehlungen mit teils deutlich höheren Kurszielen.

Unterdessen läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Die zweite Tranche hat ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Sie läuft bis Ende September 2026.

Das Programm ist Teil eines größeren Rückkaufs von bis zu sechs Milliarden Euro, der bis Ende des Geschäftsjahres 2028 laufen soll. Es dient der aktienbasierten Vergütung und ermöglicht die Einziehung erworbener Aktien.

Die Kennzahlen im Überblick

Der Wochenrückgang trübt die langfristige Bilanz kaum. Seit Jahresanfang steht die Aktie 23,78 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 65,11 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro vom 24. April 2026 trennen den Kurs noch 22,27 Prozent. Die Erholung seit dem Jahrestief fällt trotzdem deutlich aus. Zum 52-Wochen-Tief vom 2. September 2025 bei 84,62 Euro beträgt der Abstand 79,63 Prozent.

Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 165,46 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt notiert bei 142,72 Euro. Der RSI von 42,6 signalisiert eine neutrale Zone, weder überkauft noch überverkauft.

Die Volatilität über 30 Tage liegt annualisiert bei 59,69 Prozent. Der Marktwert des Konzerns beträgt 129,41 Milliarden Euro.

Am 5. August 2026 veröffentlicht Siemens Energy die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Anleger blicken dabei besonders auf Auftragseingang und Marge im Gasturbinengeschäft.

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