Siemens Energy Aktie: Analysten trotzen Kursrutsch

Siemens Energy stabilisiert sich dank besserer Quartalszahlen und überwiegend positiver Analystenurteile, während der Konzern seine Struktur neu ordnet.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erholt sich auf rund 145 Euro
  • Gewinn je Aktie nahezu verdoppelt
  • Neun von elf Analysten empfehlen Kauf
  • Aufsichtsrat genehmigt Spartenabspaltung

Nach dem Ausverkauf der vergangenen Wochen zeigt sich die Siemens-Energy-Aktie wieder gefestigt. Von einem Tief bei 131 Euro hat sich der Titel auf rund 145 Euro erholt. Zwischen aktuellem Kurs und dem Rekordhoch aus dem April bei 191,66 Euro klafft aber weiterhin eine deutliche Lücke.

Ausgelöst hatte den Rückgang die Sorge, Investitionen in KI-Rechenzentren könnten sich abkühlen — verstärkt durch eine Debatte über strengere Regulierung künstlicher Intelligenz. Die Verunsicherung traf die gesamte Branche, nicht nur Siemens Energy. Inzwischen deutet die Erholung darauf hin, dass der Markt die Wachstumsstory des Energietechnikkonzerns nicht grundsätzlich infrage stellt.

Zahlen stützen die Erholung

Fundamental spricht einiges für die Stabilisierung. Im dritten Geschäftsquartal, das Ende Juni auslief, verdoppelte Siemens Energy den Gewinn je Aktie nahezu auf 1,28 Euro. Der Umsatz kletterte um 17,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro.

JPMorgan-Analyst Phil Buller wertete besonders die Aussagen von Vorstandschef Christian Bruch positiv, der von anhaltend starker Nachfrage sprach und sein Unternehmen auf Kurs sieht, das obere Ende der Gewinnspanne zu erreichen.

Am Kapitalmarkt dominieren weiterhin Kaufempfehlungen. Von elf bei TipRanks erfassten Analysten stufen neun die Aktie mit Buy ein, nur einer rät zum Verkauf. Die Kursziele reichen von 130 bis 250 Euro — JPMorgan sieht 245 Euro, Evercore ISI 250 Euro. Diese Spanne zeigt: Trotz der jüngsten Turbulenzen bleibt das Bild überwiegend optimistisch, auch wenn einzelne Häuser deutlich vorsichtiger kalkulieren.

Umbau läuft parallel weiter

Neben der Kurserholung treibt Siemens Energy den Konzernumbau voran. Der Aufsichtsrat billigte Ende August die Abspaltung der Sparte Transformation of Industry mit Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft — rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz und 17.000 Beschäftigte. An der neuen Einheit will der Konzern künftig nur eine Minderheitsbeteiligung halten und sich stärker auf Stromerzeugung und -übertragung konzentrieren.

Auch die Aktionärsstruktur verändert sich. Die frühere Muttergesellschaft Siemens senkte ihren Stimmrechtsanteil in diesem Monat auf 4,98 Prozent und unterschritt damit erstmals die Fünf-Prozent-Schwelle. Größter Einzelaktionär bleibt der Siemens Pension-Trust.

Für die kommenden Wochen rücken die Jahreszahlen zum Ende September auslaufenden Geschäftsjahr 2026 in den Fokus. Für November ist zudem ein Kapitalmarkttag angesetzt, auf dem sich zeigen dürfte, ob Siemens Energy den Konzernumbau mit weiteren Abspaltungen fortsetzt.

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