Siemens Energy Aktie: Auf Rekordkurs
Siemens Energy meldet Rekordergebnisse und hebt Ziele an, während ein Aktivist Druck auf die Windsparte ausübt. Die Q1-Zahlen im Februar werden zum Prüfstein für den Höhenflug.

- Aktienkurs nach 141% Jahresplus überkauft
- Aktivist fordert Abspaltung der Windsparte
- Rekord-Auftragsbestand von 138 Milliarden Euro
- Erste Dividende seit vier Jahren vorgeschlagen
Siemens Energy setzt ihre beeindruckende Rally fort und nähert sich nach einem Rekordjahr der nächsten entscheidenden Bewährungsprobe. Starke Zahlen, angehobene Ziele und eine volle Pipeline treiben den Kurs – gleichzeitig erhöht ein aktivistischer Investor den Druck auf die Windsparte. Wie stabil ist dieser Höhenflug?
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs heute: 129,60 €
- Zuwachs in den letzten 12 Monaten: rund 141%
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: knapp 9%
- RSI (14 Tage): 85,4 – deutlich überkauft
- Auftragsbestand: Rekord bei 138 Mrd. €
- Rating S&P Global: Anhebung auf BBB
- Nächster Termin: Q1-Zahlen am 11. Februar 2026
Der Kurs liegt klar über den gleitenden Durchschnitten von 50, 100 und 200 Tagen, was den etablierten Aufwärtstrend unterstreicht. Gleichzeitig signalisiert der hohe RSI einen sehr heißen Markt, in dem bereits viel Optimismus eingepreist ist.
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Analystenoptimismus trifft Aktivistendruck
Mehrere große Häuser bleiben positiv gestimmt. Die Deutsche Bank bestätigte Anfang Januar ihr Buy-Rating mit Kursziel 135 €. Bernstein hält ebenfalls an einer Kaufempfehlung fest. In der Breite ist das Bild aber differenziert: Der Konsens von 24 Analysten liegt bei 130,29 €, die Spanne reicht jedoch von 38 bis 200 €. Im Fokus steht dabei vor allem die Windsparte Siemens Gamesa.
Besonders offensiv zeigt sich der US-Aktivist Ananym Capital um Charlie Penner. Seit Dezember fordert der Fonds eine strategische Überprüfung von Siemens Gamesa. Kernargument: Eine Abspaltung der verlustreichen Windsparte könnte den Konzernwert deutlich erhöhen. Penner sieht Potenzial für einen Kursaufschlag von bis zu 60%, wenn Gas- und Netzgeschäft eigenständig bewertet würden.
Das Management weist diese Forderung bislang zurück. CEO Christian Bruch hält am Turnaround-Plan fest und stellt in Aussicht, dass Siemens Gamesa im Geschäftsjahr 2026 (bis September) den Break-even erreichen soll. Man schätze konstruktiven Input, bleibe aber beim eingeschlagenen Kurs – der Konflikt mit dem Aktivisten ist damit faktisch eröffnet.
Starke Fundamentaldaten als Basis
Die aktuelle Kursstärke steht auf einem soliden operativen Fundament. Für das Geschäftsjahr 2025 (per 30. September) meldete Siemens Energy:
- Umsatz: 39,1 Mrd. € (+15,2% vergleichbar)
- Auftragseingang: 58,9 Mrd. € (+19,4%)
- Auftragsbestand: Rekordniveau von 138 Mrd. €
- Nettogewinn: 1,685 Mrd. €
- Free Cashflow: 4,663 Mrd. €
- Dividendenvorschlag: 0,70 € je Aktie – die erste Ausschüttung seit vier Jahren
Zusätzlich wurden die Mittelfristziele deutlich nach oben geschraubt. Bis 2028 peilt der Konzern nun eine EBIT-Marge von 14–16% statt zuvor 10–12% an, bei Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich pro Jahr. Geplant sind außerdem Aktienrückkäufe von bis zu 6 Mrd. €. S&P Global Ratings reagierte im Dezember mit einer Anhebung des Ratings auf BBB und erwartet bis 2028 eine EBITDA-Marge von 17,5–18%.
Diese Kombination aus wachsendem Auftragsbuch, steigender Profitabilität und Kapitalrückführung an die Aktionäre bildet den Kern des positiven Investment-Narrativs.
Bewertung und nächste Katalysatoren
Auf Basis der Konsensschätzungen für 2026 ergibt sich ein erwartetes KGV von rund 31, ausgehend von einem aktuell deutlich höheren Multiple. Der Markt preist damit bereits kräftige Gewinnsteigerungen ein – das geschätzte EPS für 2026 von 3,55 € entspräche mehr als einer Verdopplung gegenüber 2025. Parallel dazu zeigt die stark erhöhte Volatilität (30 Tage annualisiert: 73,58%) ein ausgeprägtes Schwankungsrisiko im Titel.
Wesentlicher nächster Prüfstein sind die Q1-Zahlen am 11. Februar 2026. Dann muss Siemens Energy belegen, dass der Wachstumskurs anhält und der Turnaround bei Siemens Gamesa planmäßig vorankommt. Am 26. Februar folgt die Hauptversammlung in Berlin, auf der über die vorgeschlagene Dividende von 0,70 € je Aktie entschieden wird. Bestätigen Management und Zahlen die hohen Erwartungen, könnte der aktuelle Aufwärtstrend trotz überkaufter Technik eine Fortsetzung finden; Enttäuschungen würden hingegen unmittelbar an einem ambitioniert bewerteten Kurs ansetzen.
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