Siemens Energy Aktie: Aufsichtsrat berät Abspaltung am 25. August
Siemens Energy übertrifft mit starken Q3-Zahlen die Erwartungen und prüft die Abspaltung der Sparte Transformation of Industry. Der Aufsichtsrat berät Ende August.

- Starkes Quartalsergebnis übertrifft Erwartungen
- Aufsichtsrat berät über Spartenabspaltung
- Windkraft-Tochter dreht in Gewinnzone
- Aktie nähert sich dem Rekordhoch
Siemens Energy hat mit den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2025/26 nicht nur operativ überzeugt – das Unternehmen steht zugleich vor einer möglichen strukturellen Weichenstellung. Der Aufsichtsrat will am 25. August in einer Sondersitzung über eine mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry beraten, wie Reuters berichtet. Konkrete Entscheidungen seien für diesen Termin allerdings nicht zu erwarten.
Reuters hatte bereits am 5. August gemeldet, dass Gespräche über die Zukunft der Sparte laufen. CEO Christian Bruch habe dies dem Bericht zufolge bestätigt. Die Sparte bündelt unter anderem Industrieantriebe und Automatisierungstechnik – ein Geschäftsfeld, das operativ deutlich weniger im Rampenlicht steht als die margenstarken Gasturbinen oder die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa.
Ein Abspaltungsprozess würde die Konzernstruktur von Siemens Energy sichtbar verändern und könnte dem Markt eine klarere Bewertung der einzelnen Geschäftsbereiche ermöglichen.
Rekordquartal liefert den Rückenwind
Operativ lieferte der Konzern im dritten Geschäftsquartal 2025/26 kräftige Zahlen: Das Ergebnis vor Sondereffekten erreichte 1,623 Milliarden Euro, der Umsatz lag bei 11,447 Milliarden Euro.
Bei Siemens Gamesa summierte sich der Auftragseingang auf 9,967 Milliarden Euro, während der Konzern-Auftragseingang insgesamt deutlich über den Erwartungen ausfiel. Reuters und dpa führen die starke Nachfrage auf den Boom bei KI-Rechenzentren sowie auf Bestellungen aus dem Nahen Osten zurück.
Auch die Windkraft-Sparte drehte ins Positive: Siemens Gamesa erzielte einen operativen Gewinn von 75 Millionen Euro, nach einem Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Konzern-Ergebnismarge lag bei 14,2 Prozent, das Ergebnis je Aktie bei 1,28 Euro – beide Werte übertrafen die Konsensschätzungen der Analysten.
Siemens Energy bestätigte zugleich die Jahresprognose: Die Ergebnismarge vor Sondereffekten soll weiter zwischen 10 und 12 Prozent liegen, mit Tendenz zum oberen Ende, das vergleichbare Umsatzwachstum wird bei 14 bis 16 Prozent erwartet.
Kurs nähert sich dem Rekordhoch
Der Markt reagierte deutlich: Die Aktie legte am heutigen Mittwoch um 2,7 Prozent zu und stieg auf 163,06 Euro, nach einem Schlusskurs von 158,78 Euro am Dienstag. Zeitweise erreichte das Papier laut Marktdaten sogar ein Niveau um 163,70 Euro.
Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf 8,0 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 35,4 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie noch 16,5 Prozent.
Die Investmentbank JPMorgan hatte das Kursziel am 5. August auf 245 Euro angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt – vor dem Hintergrund des bevorstehenden Rekordquartals. Berenberg passte am 6. August seine Schätzungen nach dem starken Zahlenwerk an und bekräftigte ebenfalls die Kaufempfehlung.
Für Anleger verdichten sich damit zwei Erzählstränge: operative Stärke in den Kerngeschäften einerseits, ein möglicher struktureller Umbau der Konzernarchitektur andererseits. Die Sondersitzung des Aufsichtsrats am 25. August dürfte richtungsweisend für die künftige Aufstellung von Siemens Energy sein, auch wenn an diesem Termin selbst noch keine Beschlüsse fallen sollen.
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