Siemens Energy Aktie: Auftrag für Petrobras-FPSOs

Siemens Energy liefert Kraftwerkstechnik für zwei Petrobras-Schwimmplattformen. Der Konzern meldet parallel Rekordzahlen und einen vollen Auftragsbestand.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Großauftrag aus Brasilien
  • Rekordwerte bei Auftragseingang und Umsatz
  • Grid-Technologies-Bestand erreicht 51 Milliarden
  • Windtochter erstmals wieder profitabel

Siemens Energy hat einen neuen Auftrag im Öl- und Gasgeschäft an Land gezogen. Der niederländische Offshore-Spezialist SBM Offshore wählte den Konzern für zwei schwimmende Produktionseinheiten aus, die für Petrobras vor der brasilianischen Küste zum Einsatz kommen sollen.

Siemens Energy liefert Kraftwerks- und Gasverdichtungssysteme für die FPSO-Einheiten P-81 und P-87, die im Rahmen des Sergipe-Alagoas-Deepwater-Programms entstehen. Die erste Lieferung ist bis Ende 2027 vorgesehen, weitere Ausrüstung soll bis 2028 folgen.

Der Auftrag reiht sich in ein ohnehin dynamisches Umfeld für Siemens Energy ein. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 hatte der Konzern Anfang August Rekordzahlen vorgelegt: Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz erreichte 11,4 Milliarden Euro und unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,188 Milliarden Euro.

Der Auftragsbestand in der Netzsparte Grid Technologies stieg auf ein Rekordniveau von 51 Milliarden Euro, konzernweit summierte sich der Bestand auf 162 Milliarden Euro.

Rund die Hälfte der neuen Gasturbinenaufträge stammte laut Reuters-Berichterstattung aus US-Rechenzentren und Projekten im Nahen Osten – ein Beleg dafür, wie stark die Nachfrage nach Energieinfrastruktur derzeit von Rechenzentren getrieben wird.

Gasturbinenmarkt bleibt eng

Der Petrobras-Auftrag fällt in eine Phase, in der der globale Gasturbinenmarkt laut deutscher Finanzberichterstattung von steigenden Lieferzeiten und einem anhaltenden Nachfrageboom geprägt ist. Für Siemens Energy bedeutet das prall gefüllte Auftragsbücher, aber auch die Herausforderung, Kapazitäten und Lieferketten mit dem Tempo der Bestellungen Schritt halten zu lassen.

Zugleich meldete die Windsparte Siemens Energy Gamesa im dritten Quartal erstmals seit fast vier Jahren wieder einen operativen Gewinn – ein Fortschritt, der das Bild eines Konzerns unterstreicht, der sich derzeit in mehreren Geschäftsfeldern gleichzeitig verbessert.

An der Börse hat sich die Aktie zuletzt dennoch etwas abgekühlt. Nach dem starken Lauf der vergangenen Monate verlor das Papier binnen sieben Tagen 4,8 Prozent und schloss am Freitag bei 153,00 Euro, nur leicht im Plus zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Zuwachs von 27 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 65 Prozent.

Der Kurs notiert damit rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das Ende April markiert wurde – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Konsolidierung nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate an Boden gutmacht, ohne die grundlegende Aufwärtsbewegung infrage zu stellen.

Petrobras-Geschäft als Baustein der Diversifizierung

Der neue Auftrag zeigt, dass Siemens Energy sein Öl- und Gasgeschäft parallel zum Boom im Netz- und Rechenzentrumsgeschäft weiter ausbaut. Während die Netzsparte von der Elektrifizierung und dem Strombedarf der Rechenzentren profitiert, sichert das Geschäft mit Offshore-Kraftwerkstechnik dem Konzern zusätzliche Standbeine in etablierten Öl- und Gasmärkten wie Brasilien.

Für Anleger unterstreicht der Deal, dass Siemens Energy sein Auftragswachstum nicht allein auf einen Trend stützt, sondern auf mehrere parallele Nachfragequellen – ein Muster, das sich schon in den Rekordzahlen des dritten Quartals angedeutet hatte.

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