Siemens Energy Aktie: Babcock-Auftrag über 20 Turbogeneratoren

Nach starkem Lauf gibt die Siemens-Energy-Aktie nach. Rekordaufträge, Gamesa-Gewinnwende und bestätigte Prognosen stützen jedoch die Fundamentaldaten.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 3,9 Prozent
  • Rekordauftragseingang von 17,9 Mrd. Euro
  • Gamesa erstmals wieder profitabel
  • Aktienrückkaufprogramm läuft weiter

Siemens Energy gibt am heutigen Dienstag deutlich nach. Die Aktie verliert 3,9 Prozent und fällt auf 156,70 Euro. Ein konkreter Auslöser für den Rücksetzer ist nicht ersichtlich – nach einer kräftigen Erholungsphase der Vorwoche verwundert das nicht.

Rekordzahlen und starke Nachrichten trugen die Rallye

Der Rücksetzer folgt auf eine Reihe positiver Meldungen. Anfang August legte Siemens Energy Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor: Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert, getrieben von starken Bestellungen im Bereich Gas Services sowie deutlichen Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry.

Auch Umsatz und Profitabilität erreichten Bestmarken. Das Unternehmen bestätigte zudem seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr und stellte in Aussicht, bei der Ergebnismarge vor Sondereffekten eher das obere Ende der Bandbreite zu erreichen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen schrieb und damit auf Kurs für den geplanten Break-even 2026 liegt.

Am 11. August kam ein Großauftrag von Babcock & Wilcox hinzu: 20 Dampf-Turbogeneratoren-Sets mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt für das FastPower-Programm, das Energieinfrastruktur für Rechenzentrums-Projekte liefert.

Am 12. August hob zudem Wettbewerber Vestas seine Margenprognose an – die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll nun bei 7 bis 9 Prozent liegen, jeweils einen Prozentpunkt höher als zuvor. Diese Nachricht aus der Branche wirkte laut Medienberichten ebenfalls kursstützend für Siemens Energy.

Kapitalrückführung läuft parallel

Neben dem operativen Momentum treibt Siemens Energy auch die Kapitalrückführung an die Aktionäre voran. Bereits im Mai hatte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2028 angekündigt. Im Juni startete die zweite Tranche des beschleunigten Rückkaufs für das laufende Geschäftsjahr, mit einem Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro bis zum 30. September.

Einordnung für Anleger

Die heutige Bewegung wirkt vor diesem Hintergrund wie eine technische Verschnaufpause nach einer Serie starker Nachrichten, nicht wie eine fundamentale Neubewertung.

Der Kurs bewegt sich weiterhin über dem 200-Tage-Durchschnitt, mit einem Abstand von 5,1 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der mittelfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Plus von 30 Prozent zu Buche, was das Ausmaß der zuvor gelaufenen Rallye verdeutlicht.

Anleger sollten die kurzfristige Schwäche vor dem Hintergrund der soliden operativen Entwicklung einordnen. Rekordauftragseingang, die Rückkehr von Siemens Gamesa in die Gewinnzone und bestätigte Prognosen sprechen für eine intakte fundamentale Basis. Ob sich die Konsolidierung fortsetzt oder die Aktie rasch neuen Schwung findet, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen.

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