Siemens Energy Aktie: Baubeginn für Pickering-Sanierung

Siemens Energy beginnt in Ontario mit der Kraftwerkssanierung und übernimmt zugleich Euto Energy für den Ausbau digitaler Netztechnik.

Die Kernpunkte:
  • Sanierung in Pickering offiziell begonnen
  • Auftrag umfasst 1,3 Milliarden kanadische Dollar
  • Vier Generatoren werden umfassend überholt
  • Euto Energy stärkt digitale Netzkompetenz

Mit dem heutigen Baubeginn für die Sanierung der Pickering Nuclear Generating Station im kanadischen Ontario rückt ein milliardenschweres Vorhaben für Siemens Energy in die Umsetzungsphase. Ein Konsortium aus dem Baukonzern Aecon und Siemens Energy Canada übernimmt den Austausch der Turbinen- und Generatorausrüstung.

Das Auftragsvolumen für diesen Teilbereich beläuft sich auf 1,3 Milliarden kanadische Dollar. Die Aktie von Siemens Energy reagierte im heutigen Handel mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 145,30 Euro.

Milliardenprojekt in Ontario startet

Das Sanierungsprojekt in Ontario soll die Betriebsdauer von vier Reaktoren der Pickering-Anlage um bis zu 38 Jahre verlängern. Die Blöcke gehen schrittweise bis Ende September vom Netz, bevor die eigentlichen Hauptarbeiten nach Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde CNSC für Januar 2027 angesetzt sind. Das Konsortium unter Beteiligung von Siemens Energy zeichnet für die Modernisierung des Turbinen- und Generatortrakts verantwortlich.

Zu den vereinbarten Aufgaben zählen der Austausch von 14 Dampfturbinenrotoren sowie die umfassende Überholung von vier Generatoren. Darüber hinaus umfasst das Vertragspaket neue Hilfs-, Steuer- und Überwachungssysteme für die Stromerzeugungsanlagen. Nach Abschluss der Gesamtarbeiten soll das Kernkraftwerk wieder eine Leistung von bis zu 2.200 Megawatt für das Netz bereitstellen.

Übernahme im Bereich digitaler Netztechnik

Parallel zum Kraftwerksgeschäft verstärkt sich der Energietechnikkonzern in der Netzinfrastruktur. Siemens Energy übernimmt die Euto Energy-Gruppe, einen Spezialisten für softwaredefinierte Plattformen. Ziel der Transaktion ist es, die Kompetenzen bei der Digitalisierung von Umspannwerken sowie der Energieautomation auszubauen.

Die Akquisition soll insbesondere die weltweite Weiterentwicklung moderner Netzarchitekturen vorantreiben. Da die zunehmende Einspeisung schwankender erneuerbarer Energien höhere Anforderungen an die Steuerung stellt, gewinnt intelligente Hard- und Software an Bedeutung. Bei der Übernahme ließ sich der Konzern rechtlich und steuerlich von der Kanzlei Rödl beraten.

Windbranche berät über Rahmenbedingungen

Zeitgleich rückte das Branchenumfeld auf der Fachmesse WindEnergy in Hamburg in den Mittelpunkt, wo auch die Konzerntochter Siemens Gamesa vertreten ist. Verbände wie der Bundesverband Windenergie wiesen zum Auftakt auf die Verunsicherung durch geplante Reformen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und veränderte Netzanschlussregeln hin.

Auf Konzernebene summiert sich der Kursgewinn von Siemens Energy seit Jahresanfang auf 21 Prozent. Die Kombination aus traditionellen Kraftwerksaufträgen und Investitionen in die Netzinfrastruktur bildet dabei das operative Fundament.

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