Siemens Energy Aktie: Betreiberrolle in Guyana für fünf Jahre
Siemens Energy übernimmt in Guyana den Kraftwerksbetrieb und fertigt SMR-Komponenten mit Rolls-Royce. Die Aktie bleibt unter Druck.

- 300-Megawatt-Kraftwerk in Guyana
- Fünfjährige Betreiberrolle mit Option
- SMR-Komponenten für Rolls-Royce
- Aktie 10 Prozent im Monatsminus
Siemens Energy sichert sich zwei neue Betätigungsfelder abseits des Kerngeschäfts mit Turbinen und Netztechnik. Die Regierung von Guyana bestätigte am Freitag ein Treffen mit Vertretern des Konzerns zur Einsatzbereitschaft eines 300-Megawatt-Gas-to-Energy-Kraftwerks. Siemens Energy soll dort für fünf Jahre mit Verlängerungsoption als Betreiber für Betrieb und Wartung fungieren.
Parallel dazu wurde Anfang September ein Deal mit Rolls-Royce SMR bekannt. Am Standort Newcastle soll Siemens Energy Komponenten für Small Modular Reactors fertigen, konkret Hochdruckturbinen und Ventilgehäuse. Damit rückt der Konzern näher an das Segment kleiner modularer Reaktoren heran, das in der Energiewende zunehmend als Ergänzung zu klassischen Kraftwerken gilt.
Guyana-Projekt als Testfall für Servicegeschäft
Das Kraftwerksprojekt in Guyana ist für Siemens Energy mehr als nur ein weiterer Auftrag. Die Rolle als O&M-Betreiber über mehrere Jahre hinweg zeigt, wie der Konzern sein Servicegeschäft international ausbaut.
Wiederkehrende Wartungserlöse gelten als stabilere Einnahmequelle als das volatilere Neuanlagengeschäft. Eine mögliche Verlängerung der Betreiberrolle über die ursprünglich vereinbarten fünf Jahre hinaus würde diesen Effekt noch verstärken.
Der Deal mit Rolls-Royce SMR wiederum verschafft Siemens Energy Zugang zu einem Markt, der in Großbritannien politisch gefördert wird. Kleine modulare Reaktoren gelten dort als Baustein der künftigen Stromversorgung, auch wenn die kommerzielle Reife noch aussteht.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegeln sich diese Nachrichten bislang kaum in nachhaltigem Kursauftrieb. Die Aktie schloss am Freitag bei 143,92 Euro, nach einem Tagesplus von 2,3 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 10 Prozent zu Buche – die Erholung vom Freitag reicht also nicht, um den seit den Quartalszahlen vor rund einem Monat verlorenen Boden vollständig zurückzugewinnen.
Trotz der operativen Fortschritte bleibt der Titel damit deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde. Anleger dürften die neuen Aufträge in Guyana und bei Rolls-Royce SMR positiv werten, solange sie sich in konkreten Umsatzbeiträgen niederschlagen. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für Rücksetzer, wie die schwankende Kursentwicklung der vergangenen Wochen zeigt.
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