Siemens Energy Aktie: Break-even zur Prognose-Bedingung

Siemens Energy-Tochter Gamesa reduziert Verlust drastisch. Der angestrebte Break-even wird zum entscheidenden Faktor für die Konzernjahresprognose.

Die Kernpunkte:
  • Verlust vor Sondereffekten auf 44 Millionen Euro gesunken
  • Break-even als Bedingung für Konzernprognose
  • Auftragseingang erreicht Rekord von 17,7 Milliarden Euro
  • Free Cashflow-Prognose mehr als verdoppelt

Die Windkrafttochter Siemens Gamesa war lange das Sorgenkind des Konzerns. Im zweiten Quartal 2026 zeigt die Sanierung ihren bisher deutlichsten Effekt — und bestimmt damit, ob die angehobene Jahresprognose hält.

Verlust bricht massiv ein

Der Verlust vor Sondereffekten sank auf 44 Millionen Euro, nach 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Verlustmarge verbesserte sich auf minus 1,7 Prozent, von minus 9,2 Prozent ein Jahr zuvor. Siemens Energy führt das auf Produktivitätssteigerungen und stärkere Kosteneffizienz zurück.

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Auch das ausgewiesene operative Ergebnis dreht sich: Der Betriebsverlust schrumpfte auf 39 Millionen Euro — nach einem Minus von 510 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das ist kein kosmetischer Fortschritt mehr.

Break-even als Prognose-Bedingung

Das Management hat den Break-even bei Gamesa explizit zur Bedingung für die Konzernprognose erklärt. Verfehlt die Windsparte das Ziel, droht eine Korrektur — unabhängig davon, wie stark das Netzgeschäft läuft. Den entscheidenden Schub soll eine Erholung im Offshore-Geschäft im zweiten Halbjahr bringen.

Die Umsatzprognose für Gamesa hat Siemens Energy bereits leicht angehoben: vergleichbares Wachstum von 3 bis 5 Prozent, nach zuvor 1 bis 3 Prozent. Erste kommerzielle Aufträge für die neue Turbinen-Plattform SG 7.0 kommen hinzu — ein Zeichen, dass das Produktportfolio Abnehmer findet.

Kerngeschäft liefert Rückenwind

Während Gamesa die Messlatte setzt, läuft das übrige Geschäft auf Hochtouren. Der Auftragseingang erreichte mit 17,7 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch — getragen von Rekorden bei Gas Services und einem starken Anstieg bei Grid Technologies. Die USA, mit mehr als verdoppeltem Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr, waren dabei der wichtigste Wachstumstreiber.

Der Auftragsbestand kletterte auf 154 Milliarden Euro. CFO Maria Ferraro beziffert die Auftragsabdeckung für das zweite Halbjahr 2026 auf rund 93 Prozent, für 2027 auf knapp 80 Prozent — eine ungewöhnlich hohe Planungssicherheit.

Der Free Cashflow vor Steuern stieg auf 1,98 Milliarden Euro. Das veranlasste den Konzern, seine Jahresprognose für diese Kennzahl von einer Spanne von 4 bis 5 Milliarden Euro auf rund 8 Milliarden Euro mehr als zu verdoppeln.

Bewertung bereits ambitioniert

Die Aktie legte am Donnerstag auf 180,22 Euro zu, ein Plus von 1,25 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Kursplus rund 47 Prozent, auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Marktschätzungen gehen von rund 20 Prozent jährlichem Gewinnwachstum aus — ein Großteil dieser Erwartung ist in der aktuellen Bewertung bereits eingepreist, die Aktie notiert über ihrem DCF-fairen Wert und mit einem im Peergroup-Vergleich hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Das macht den Gamesa-Break-even zum eigentlichen Kurstreiber des zweiten Halbjahres: Gelingt er, bekommt die erhöhte Prognose Substanz. Scheitert die Windsparte erneut, fehlt dem Kurs das Fundament für weitere Aufschläge.

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