Siemens Energy Aktie: Free Cashflow auf 8 Milliarden verdoppelt

Trotz Umsatz- und Gewinnsprung sowie angehobener Prognose verliert die Siemens-Energy-Aktie. Der Fokus liegt auf der Sanierung von Gamesa.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt trotz starkem Quartal
  • Umsatz steigt auf 10,3 Milliarden Euro
  • Prognose für Umsatz und Gewinn angehoben
  • Gamesa-Verluste sinken deutlich

Starkes Quartal, schwacher Kurs: Bei Siemens Energy passt die operative Entwicklung derzeit besser als die Börsenreaktion. Der Konzern hebt den Ausblick kräftig an, liefert hohe Aufträge und zeigt Fortschritte bei Gamesa. Trotzdem nehmen Investoren Gewinne mit.

Am Freitag verlor die Aktie im Xetra-Handel 4,98 Prozent auf 169,18 Euro. Seit Jahresanfang steht noch immer ein Plus von 37,77 Prozent. Der Rücksetzer wirkt damit weniger wie ein Vertrauensbruch, eher wie eine Pause nach einer steilen Rallye.

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Starke Zahlen reichen nicht

Operativ war das Quartal stark. Der Umsatz stieg auf 10,3 Milliarden Euro, vergleichbar ein Plus von 8,9 Prozent. Der Gewinn vor Sondereffekten kletterte auf 1,16 Milliarden Euro.

Das Geschäft läuft vor allem dort gut, wo Netze, Gaskraftwerke und Elektrifizierung auf Investitionsbudgets treffen. Siemens Energy profitiert von hoher Nachfrage und einem ungewöhnlich gut gefüllten Auftragsbuch.

In den USA verdoppelten sich die Aufträge nahezu auf 6,94 Milliarden Euro. Der Umsatz dort erreichte 2,75 Milliarden Euro. Die Gas-Services-Sparte kam auf Aufträge von 8,9 Milliarden Euro.

Der Auftragsbestand liegt bei 154 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 1,72. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres sieht CFO Maria Ferraro rund 93 Prozent der Umsätze abgedeckt.

Für 2027 liegt die Abdeckung bei knapp 80 Prozent. Das gibt dem Konzern viel Planbarkeit. Genau deshalb fällt der Kursrückgang besonders auf: Der Markt schaut nicht nur auf die Zahlen, sondern auf die offenen Baustellen.

Ausblick deutlich angehoben

Das Management zieht die Prognose spürbar nach oben. Der Umsatz soll nun in einer Bandbreite von 14 bis 16 Prozent wachsen. Bei der Ergebnis-Marge peilt Siemens Energy 10 bis 12 Prozent an.

Für den Gewinn nach Steuern erwartet der Konzern rund 4 Milliarden Euro. Noch stärker fällt die Anpassung beim freien Mittelzufluss aus.

Der Free Cashflow vor Steuern soll rund 8 Milliarden Euro erreichen. Zuvor lag die Prognose bei 4 bis 5 Milliarden Euro. Das ist der Teil der Meldung, der die Finanzkraft am klarsten zeigt.

Das Rückkaufvolumen soll im laufenden Geschäftsjahr um bis zu eine Milliarde Euro steigen. Zusammen mit der im März gezahlten Dividende von 0,6 Milliarden Euro sollen Anteilseigner insgesamt 3,6 Milliarden Euro erhalten.

Gamesa bleibt der Prüfstein

Bei Siemens Gamesa gibt es Fortschritte. Der Verlust vor Sondereffekten sank auf 44 Millionen Euro, nach 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das nimmt Druck aus der Sanierung.

Auch die Marge verbessert sich klar. Sie lag bei minus 1,7 Prozent, nach minus 9,2 Prozent ein Jahr zuvor. Profitabel ist die Windsparte damit aber noch nicht.

Ein wichtiges Signal kommt aus dem Produktgeschäft. Siemens Energy erhielt erste kommerzielle Aufträge für die neue Plattform SG 7.0. Sie soll die bestehende 5.X-Serie ablösen.

Der aktivistische US-Investor Ananym Capital erhöht derweil den Druck. Mitgründer Charlie Penner fordert eine strategische Prüfung von Gamesa, bis hin zu einer Abspaltung. Ein Spin-off könne aus seiner Sicht 40 bis 60 Prozent Rendite bringen.

Konzernchef Christian Bruch lehnt diesen Weg ab und setzt auf den operativen Turnaround. Damit rückt die neue Handelswoche auf Gamesa. Erreicht die Sparte den geplanten Break-even, stützt das die höhere Prognose. Verfehlt sie das Ziel, dürfte die Strukturdebatte schnell zurückkehren.

Der Schlusskurs von 169,18 Euro liegt noch über dem Durchschnitt von 163,25 Euro. Zum Hoch bei 188,00 Euro fehlen gut zehn Prozent. Kurzfristig zählt nun, ob Gewinnmitnahmen abebben und Gamesa genug Fortschritt liefert, um die starke operative Story nicht zu überlagern.

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