Siemens Energy Aktie: Gamesa dreht 438 Millionen ins Plus
Siemens Energy meldet dank Gamesa-Wende einen Nettogewinn von 1,188 Milliarden Euro. Analysten sehen weiteres Potenzial für die Aktie.

- Gamesa erstmals wieder profitabel
- Umsatz steigt um 18,5 Prozent
- Deutsche Bank erhöht Kursziel
- Spin-off der Industriesparte möglich
Es gibt Momente, in denen sich das Narrativ eines ganzen Konzerns dreht. Für Siemens Energy könnte dieser Donnerstag genau so ein Moment sein. Tief in den Zahlen zum dritten Quartal steckt eine Überraschung: Das langjährige Sorgenkind Gamesa schreibt wieder schwarze Zahlen.
Das Ende einer schmerzhaften Ära
Jahrelang zog die Windtochter Gamesa die Bewertung von Siemens Energy nach unten. Technische Probleme und Milliardenverluste prägten das Bild. Jetzt die Wende: Zum ersten Mal seit 2022 erzielt Gamesa wieder einen operativen Quartalsgewinn.
75 Millionen Euro stehen zu Buche. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Minus von 438 Millionen Euro in der Bilanz. Diese Trendwende verändert das Bild des Konzerns grundlegend.
Siemens Energy ist nicht mehr nur eine Wette auf Netzausbau und Gasturbinen. Der Konzern zeigt, dass er seine größten strukturellen Baustellen in den Griff bekommt. Mit einem Nettogewinn von 1,188 Milliarden Euro im dritten Quartal unterstreicht das Unternehmen seinen Anspruch auf eine Führungsrolle in der neuen Energiewelt.
Auch beim Wachstum überzeugt der Konzern. Der Umsatz kletterte um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten übertraf 1,6 Milliarden Euro und verdreifachte damit fast den Vorjahreswert.
Der nächste strategische Schritt
Während Gamesa stabil bleibt, bereitet der Vorstand offenbar den nächsten großen Umbau vor. Die Sparte „Transformation of Industry“ steht zur Disposition. Mit einem Jahresumsatz von rund 5,7 Milliarden Euro und über 15.000 Mitarbeitern ist sie ein Schwergewicht im Konzern.
Der Aufsichtsrat berät bereits über einen möglichen Carve-out. Nutzt das Management das aktuelle Momentum, um den Konzern noch stärker auf sein Kerngeschäft zuzuschneiden? Ein Spin-off würde den Fokus auf Netzausbau und Gasturbinen schärfen und zusätzliches Kapital freisetzen. Für Investoren wäre das ein weiteres Signal, dass der Konzern seine Struktur aktiv neu ordnet.
Zwischen Erholung und Neubewertung
Trotz der Rallye der vergangenen Monate notiert die Aktie bei 151,46 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro fehlen noch 22,48 Prozent. Für viele Analysten ist das eher eine Chance als ein Risiko.
Die Deutsche Bank hob heute ihr Kursziel auf 210 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Analysten halten die Sorge vor einem Überangebot bei Gasturbinen für überzogen. Wachstum und Margen beschleunigen sich aus ihrer Sicht schneller, als der Markt es einpreist.
Siemens Energy hat sich vom krisengeplagten Abspaltungskandidaten zu einem profitablen Akteur der Energiewende gewandelt. Die Rückkehr von Gamesa in die Gewinnzone ist mehr als eine Randnotiz im Quartalsbericht. Sie zeigt, dass der Vorstand operative Handlungsfähigkeit bewiesen hat.
Wer den Kurs verfolgt, sieht einen Konzern, der Altlasten abstreift und zugleich von der Nachfrage nach Energieinfrastruktur profitiert. Bleibt die operative Disziplin bei der Windkraft erhalten, könnte der Weg zurück zum 52-Wochen-Hoch kürzer sein, als es aktuell scheint.
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