Siemens Energy Aktie: Gamesa kehrt in die Gewinnzone zurück

Siemens Energy verzeichnet dank Gamesa-Rückkehr in die Gewinnzone einen deutlichen Gewinnsprung. Die Windkraftsparte operiert erstmals seit 2022 wieder profitabel.

Die Kernpunkte:
  • Gamesa erstmals seit 2022 profitabel
  • Konzerngewinn steigt um 70 Prozent
  • Rekordauftragsbestand von 162 Milliarden Euro
  • Aktie legt um 2,05 Prozent zu

Jahrelang war Siemens Gamesa das Problemkind im Konzern. Jetzt schreibt die Windkraftsparte im dritten Quartal 2026 erstmals seit 2022 wieder operative Gewinne. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 2,05 Prozent auf 154,04 Euro – doch die eigentliche Frage beginnt erst jetzt.

Ausgangslage: Der Turnaround ist da

Siemens Energy hat den Konzerngewinn im dritten Quartal um 70 Prozent gesteigert. Der Treiber: Siemens Gamesa arbeitet operativ wieder profitabel. Damit löst das Management ein zentrales Versprechen ein, das Anleger seit Jahren gefordert hatten.

Der Auftragseingang lag im Quartal bei 17,9 Milliarden Euro. Der Gesamtbestand erreichte mit 162 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert.

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit rund 4 Milliarden Euro Nettoergebnis und etwa 8 Milliarden Euro freiem Cashflow.

Die entscheidende Frage: Hält die Marge mit dem Volumen Schritt?

Das Auftragsvolumen ist gesichert. Die eigentliche Weggabelung liegt woanders: Kann Siemens Energy die angepeilte Marge von 10 bis 12 Prozent für das Gesamtjahr auch tatsächlich erreichen?

Bei einem Auftragsbestand von 162 Milliarden Euro reicht Wachstum allein nicht mehr aus. Der Markt beobachtet jetzt, ob Kostenüberschreitungen oder Qualitätsprobleme die Marge wieder auffressen. Erst wenn sich die Profitabilität bei Gamesa über mehrere Quartale bestätigt, dürfte das Vertrauen der Investoren vollständig zurückkehren.

Bullisches Szenario: Windkraft als Profit-Treiber

Für eine Fortsetzung der Erholung spricht der Cashflow. Im dritten Quartal erzielte Siemens Energy einen freien Cashflow von 2,319 Milliarden Euro – Kapital, das die Transformation ohne neue Aktien finanzieren kann.

Auch das technische Bild lässt Spielraum. Der RSI notiert bei 51,8 und signalisiert damit keine Überkauft-Situation. Sollte sich die Profitabilität bei Gamesa im kommenden Halbjahr bestätigen, könnte die Aktie den 50-Tage-Durchschnitt bei 155,30 Euro nachhaltig überwinden.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Nachfrage nach Netzinfrastruktur. Der globale Ausbau von Rechenzentren und KI-Anwendungen treibt den Bedarf an Energieinfrastruktur weiter an.

Bärisches Szenario: Volatilität bleibt ein Warnsignal

Das größte Risiko bleibt die operative Anfälligkeit komplexer Windkraftprojekte. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 55,46 Prozent. Das zeigt: Die Aktie reagiert weiterhin nervös auf kleinste Rückschläge.

Unvorhergesehene Instandhaltungskosten oder technische Probleme an älteren Turbinen könnten die gerade gewonnene Marge schnell wieder aufzehren. Der Kurs liegt zudem noch 21,16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro. Ein beträchtlicher Teil des Marktes wartet also offenbar noch ab.

Rutscht die Aktie unter den 200-Tage-Durchschnitt bei 146,98 Euro, könnte das ein technisches Verkaufssignal auslösen. Ein solches Signal würde den positiven Nachrichtenfluss der Quartalszahlen neutralisieren.

Ausblick: Die 155-Euro-Marke wird zum Test

Kurzfristig entscheidet sich viel am 50-Tage-Durchschnitt bei 155,30 Euro. Kann Siemens Energy diesen Widerstand in den kommenden Handelstagen überwinden, spricht die Datenlage für eine Fortsetzung des Erholungspfads. Seit Jahresanfang steht bereits ein Plus von 27,94 Prozent.

Bleibt der Kurs oberhalb der 150-Euro-Marke, bestätigt das den positiven Trend. Enttäuschungen im Industriesektor oder ein schwächeres Makroumfeld könnten dagegen einen Test des 200-Tage-Durchschnitts auslösen.

Der nächste Prüfstein folgt im kommenden Zwischenbericht. Bestätigt Siemens Energy dort die Margenziele von 10 bis 12 Prozent, dürfte das die Basis für eine nachhaltige Rallye stärken. Bleibt die Marge hinter den Erwartungen zurück, rückt der Rücksetzer in Richtung 200-Tage-Durchschnitt wieder in den Fokus.

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