Siemens Energy Aktie: Gamesa kehrt seit 2022 in Gewinnzone zurück
Siemens Energy meldet Rekordumsatz und erstmals profitable Windtochter Gamesa. Prognose angehoben, Aktie fällt dennoch leicht.

- Umsatz steigt auf 11,4 Milliarden Euro
- Gamesa erstmals seit 2022 profitabel
- Prognose für EBITA-Marge angehoben
- Aktienkurs gibt trotz Rekordzahlen nach
Ein Konzern meldet Rekordumsatz, die einstige Problemtochter schreibt zum ersten Mal seit Jahren wieder schwarze Zahlen, und der Auftragsbestand türmt sich auf einen historischen Höchstwert. Die logische Reaktion wäre Euphorie. Stattdessen gab die Aktie am Mittwoch um 1,54 Prozent nach und schloss bei 151,20 Euro. Wer die Geschichte von Siemens Energy in den vergangenen Jahren verfolgt hat, kennt dieses Muster: Die Zahlen glänzen, der Kurs zuckt kurz und fragt sich dann, was als Nächstes kommt.
Zahlen, die für sich sprechen
Am Mittwoch legte Siemens Energy die Bilanz für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Der Umsatz kletterte auf 11,4 Milliarden Euro, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg auf 1,19 Milliarden Euro. Bemerkenswerter als die reine Wachstumsrate ist aber, wer diesmal mitzieht: die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa kehrte erstmals seit 2022 in die Gewinnzone zurück. Jahrelang war Gamesa das Sorgenkind des Konzerns, das die Bilanz belastete, während Gas Services und Grid Technologies die Verluste auffangen mussten. Dass sich das Bild nun dreht, ist mehr als eine Randnotiz.
Das Management reagierte prompt und hob die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an: Die EBITA-Marge soll nun am oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent liegen. Untermauert wird der Optimismus vom Auftragsbestand, der zum Ende des dritten Quartals einen Rekordwert von 162 Milliarden Euro erreichte, getragen von Großaufträgen für US-Rechenzentren und Netzausbauprojekte. Genau hier liegt der größere Trend, in den sich Siemens Energy einordnet: Der Strombedarf der Welt wächst nicht mehr linear, sondern sprunghaft, angetrieben von Rechenzentren und einer Elektrifizierung, die keine Branche mehr ausspart. Wer Netze, Turbinen und Übertragungstechnik liefert, sitzt derzeit an einer der wenigen wirklich verlässlichen Wachstumsadern der Industrie.
Der Umbau nimmt Form an
Spannender als die Quartalszahlen ist womöglich, was CEO Christian Bruch bei der Analystenkonferenz andeutete: Der Aufsichtsrat diskutiert laut Berichten von Dow Jones Newswires und Handelsblatt über eine mögliche Verselbständigung der Sparte „Transformation of Industry“, zu der Wasserstoff-Elektrolyseure und Industriedampfturbinen gehören. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Kapital soll dort arbeiten, wo es am meisten bringt, und ein eigenständigerer Zuschnitt könnte genau das erleichtern. Parallel dazu bereitet der Konzern bereits seit Mitte Juli ein Rebranding vor. Siemens Energy und Siemens Gamesa sollen künftig unter der neuen Dachmarke „Omterra“ auftreten, offiziell auch, um Lizenzgebühren an die frühere Muttergesellschaft Siemens AG einzusparen. Ein Konzern, der sich selbst umbenennt und gleichzeitig über eine Aufspaltung nachdenkt, sendet ein klares Signal: Die Ablösung von der alten Konzernstruktur ist längst mehr als Symbolik.
Dazu passt der laufende Rückkauf eigener Aktien. Seit Anfang Juni läuft die zweite Tranche im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro, die bis Ende September abgeschlossen sein soll – ein Kapitalrückfluss, der zeigt, wie sehr sich die Finanzlage seit den Krisenjahren gedreht hat.
Analysten uneinig, Markt schwankt
Nach den Zahlen bestätigte J.P.-Morgan-Analyst Philip Buller seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 235 Euro und verwies auf die starke Dynamik bei Grid Technologies und Gas Services. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 215 Euro. Nicht jeder teilt diesen Enthusiasmus: Ein weiteres Analysehaus stufte die Aktie nach den Ergebnissen lediglich als „fair bewertet“ ein und beziffert den fairen Wert auf 140 Euro, deutlich unter dem aktuellen Kursniveau.
Diese Spannbreite erklärt vielleicht auch, warum der Kurs trotz Rekordzahlen zurückhaltend reagierte. Die Aktie notiert derzeit rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, hat sich seit Jahresbeginn aber um gut ein Viertel verteuert. Heute liefert die frühere Konzernmutter Siemens AG ihre eigenen Quartalszahlen, an denen Analysten laut dpa-AFX ablesen wollen, wie robust die Nachfrage nach Energieinfrastruktur insgesamt bleibt. Für Siemens Energy dürfte das ein weiterer Fingerzeig sein, ob der große Strukturumbau auf fruchtbarem Boden wächst – oder ob der Markt einfach mehr Beweise verlangt, bevor er den nächsten Schritt mitgeht.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




