Siemens Energy Aktie: Gamesa-Streit
Siemens Energy meldet Rekordquartal und Allzeithoch, doch die Hauptversammlung wird vom Streit um die Zukunft der Windsparte Gamesa bestimmt.

- Auftragseingang und Ergebnis explodieren im Quartal
- US-Aktivist fordert Abspaltung der Windkrafttochter
- Großinvestoren bremsen bei Gamesa-Spin-off
- Dividende wird nach Jahren wieder ausgeschüttet
Rekordzahlen, Allzeithochs – und trotzdem eine hitzige Debatte. Siemens Energy steht am Vorabend der Hauptversammlung vor einer Richtungsentscheidung: Was passiert mit der Windkrafttochter Siemens Gamesa? Während ein US-Aktivist auf eine Abspaltung drängt, bremsen Großinvestoren. Der Konflikt dürfte am 26. Februar in Berlin eskalieren.
Rekordquartal treibt Kurs auf Allzeithoch
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im ersten Geschäftsquartal 2026 meldete Siemens Energy einen Auftragseingang von 17,6 Milliarden Euro – Rekord. Das Ergebnis vor Sondereffekten verdreifachte sich nahezu auf 1,16 Milliarden Euro. Der Free Cashflow kletterte auf 2,87 Milliarden Euro, fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.
Verantwortlich für den Boom ist vor allem die Sparte Gas Services. Dort explodierte der Auftragseingang um 81 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro – getrieben durch die weltweite KI-Investitionswelle. Technologiekonzerne planen 2026 rund 600 Milliarden US-Dollar für Künstliche Intelligenz auszugeben, was die Nachfrage nach Gaskraftwerken massiv ankurbelt.
Die Aktie reagierte entsprechend: Am 18. Februar markierte das Papier bei 167,90 Euro ein neues Allzeithoch. Binnen zwei Jahren hat sich der Kurs mehr als verzehnfacht.
Investor gegen Investor: Der Gamesa-Poker
Doch ausgerechnet jetzt bricht ein Machtkampf auf. Der US-Aktivist Ananym Capital fordert seit Dezember die Abspaltung von Siemens Gamesa – mit einer geschätzten Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar. Das Kalkül: Die Windkraftsparte drückt auf die Konzernmarge, ihre Trennung würde den Aktienkurs zusätzlich beflügeln.
Drei Großaktionäre widersprechen vehement. DWS-Fondsmanager Tobias Klaholz nennt einen Spin-off „zu früh“. Ingo Speich von Deka Investment warnt vor übereilten Schritten, mahnt aber: Bei neuen signifikanten Belastungen müsse die Zukunft der Windsparte überdacht werden. Union Investment sieht Gamesa als „wichtigen Teil der Turnaround-Story“ und lehnt eine Abspaltung ab.
Selbst Ananym-Mitgründer Charlie Penner räumt ein, dass Gamesa vor einem möglichen Spin-off gestärkt werden müsse. Genau hier liegt der Kern der Auseinandersetzung: Ist die Windkraftsparte reif für einen eigenständigen Börsengang – oder noch zu instabil?
Gamesa: Verluste schrumpfen, aber noch nicht profitabel
Die Q1-Zahlen liefern beiden Lagern Argumente. Der operative Verlust von Siemens Gamesa sank deutlich auf 46 Millionen Euro, nach 374 Millionen im Vorjahr. Das Management hält am Ziel fest, dass die Sparte im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle erreicht.
Für die Spin-off-Gegner ist das ein Erfolg der Stabilisierungsstrategie. Für Ananym Capital möglicherweise der Beweis, dass die Windkrafttochter bald auf eigenen Beinen stehen kann. Die Hauptversammlung am Donnerstag wird zeigen, welche Seite die Oberhand gewinnt.
Erstmals seit fünf Jahren: Dividende fließt
Am Tag nach der Hauptversammlung, dem 27. Februar, fließt die Dividende von 0,70 Euro je Aktie. Es ist erst die zweite Ausschüttung seit der Abspaltung von Siemens – nach vier dividendenlosen Jahren ein Signal der Normalisierung.
Der Auftragsbestand liegt bei 146 Milliarden Euro, die Netto-Cash-Position bei 7,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen investiert Milliarden in US-Produktionskapazitäten, unter anderem in ein neues Schaltanlagenwerk in Mississippi. Die operative Entwicklung stimmt – doch die strategische Debatte überschattet die Erfolgszahlen.
Die Redetexte von Aufsichtsratschef Joe Kaeser und CEO Christian Bruch, vorab veröffentlicht am 20. Februar, deuten darauf hin, dass Siemens Gamesa ein zentrales Thema der Hauptversammlung sein wird. Wie sich Vorstand und Aufsichtsrat positionieren, könnte die Richtung für die kommenden Jahre vorgeben.
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