Siemens Energy Aktie: Gamesa wieder profitabel

Siemens Gamesa erzielt erstmals seit 2022 wieder Gewinn. Die Windkraftsparte entlastet den Konzern und bestätigt die Prognose für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Gamesa erreicht erstmals Gewinnzone
  • Auftragsbestand erreicht 162 Milliarden Euro
  • Freier Cashflow steigt auf 2,3 Milliarden
  • Aktie legt seit Jahresbeginn 34 Prozent zu

Die einstige Problemtochter von Siemens Energy hat die Wende geschafft. Siemens Gamesa erzielte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erstmals seit 2022 wieder einen Gewinn und liegt nach Unternehmensangaben im Plan, den Break-even für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen. Für Anleger ist das die eigentliche Nachricht hinter den jüngsten Quartalszahlen – denn die Windkraftsparte war jahrelang der größte Belastungsfaktor im Konzern.

Windkraftsparte verlässt die Verlustzone

Siemens Gamesa hatte Siemens Energy über Jahre mit Rückstellungen für fehlerhafte Onshore-Turbinen und Anlaufproblemen bei Offshore-Projekten belastet. Dass die Sparte nun operativ profitabel arbeitet, verändert die Risikoeinschätzung für den gesamten Konzern. Investoren, die Siemens Energy lange vor allem über das Gasturbinen- und Netzgeschäft bewerteten, müssen die Windkraftsparte künftig neu einordnen.

Getragen wird die Erholung von den übrigen Konzernbereichen, die im dritten Quartal ebenfalls Rekordwerte lieferten. Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro, angetrieben von einem Rekordauftragseingang bei Gas Services sowie kräftigen Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry.

Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57, der Auftragsbestand zum Quartalsende erreichte 162 Milliarden Euro – ein Polster, das dem Konzern über mehrere Jahre Visibilität verschafft.

Ergebnis und Cashflow legen deutlich zu

Auch auf der Ertragsseite zeigte sich die Konzernbreite Verbesserung: Der Gewinn vor Sonderposten stieg im dritten Quartal auf 1.623 Millionen Euro, nach 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Der Nettogewinn kletterte auf 1.188 Millionen Euro von 697 Millionen Euro, das Grundgewinn je Aktie verbesserte sich auf 1,28 Euro nach 0,71 Euro. Besonders auffällig fiel der freie Cashflow vor Steuern aus: Er sprang auf 2.319 Millionen Euro, nach 419 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Auf Basis dieser Entwicklung bestätigte Siemens Energy die nach dem ersten Halbjahr angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2026, wobei die Ergebnis-Marge vor Sondereffekten nun eher am oberen Ende der prognostizierten Bandbreite erwartet wird. Dass ausgerechnet Gamesa zu dieser Anhebung beiträgt, unterstreicht, wie sehr sich das Risikoprofil des Konzerns in den vergangenen Quartalen verschoben hat.

Kurs konsolidiert nach starkem Lauf

An der Börse hat sich die operative Wende längst niedergeschlagen: Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 34 Prozent im Plus, binnen zwölf Monaten summiert sich der Anstieg auf 66 Prozent.

Zuletzt schloss das Papier bei 161,00 Euro und damit rund 18 Prozent unter dem im April erreichten 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Markt nach der Rekordsaison zunächst Atem holt, ohne den mittelfristigen Aufwärtstrend infrage zu stellen.

Die Deutsche Bank hatte am 6. August ihr Kursziel auf 210 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt; Sorgen der Investoren über ein Überangebot und schwächere Auftragslage bei Gasturbinen hielten die Analysten seinerzeit für übertrieben. Der nächste Prüfstein für diese Einschätzung folgt am 11. November, wenn Siemens Energy die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt.

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