Siemens Energy Aktie: Gamesas Schicksalsjahr

Die Windkrafttochter Siemens Gamesa verringert ihre Verluste deutlich, doch die Rückkehr in die Gewinnzone ist Voraussetzung für die ambitionierten Konzernziele bis 2028.

Die Kernpunkte:
  • Gamesa reduziert operativen Verlust erheblich
  • Gas- und Grid-Sparten erzielen Rekordaufträge
  • Aktionäre beschließen Dividende und Aktienrückkauf
  • Neue Partnerschaft für SMR-Kraftwerke mit Rolls-Royce

Die Sanierung der Windkrafttochter Siemens Gamesa bestimmt 2026 das Schicksal des gesamten Konzerns. Während Gas Services und Grid Technologies Rekorde aufstellen, hängt die Glaubwürdigkeit der ambitionierten Mittelfristziele an einer einzigen Frage: Schafft Gamesa die Rückkehr in die Gewinnzone?

Drastische Verlustreduzierung — aber noch nicht am Ziel

Der Fortschritt ist messbar. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbesserte sich das operative Ergebnis von Siemens Gamesa auf –46 Millionen Euro — gegenüber –374 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Eine erhebliche Verbesserung, auch wenn einmalige Sondereffekte aus dem Verkauf des indischen Windgeschäfts das ausgewiesene Ergebnis auf –221 Millionen Euro drückten.

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Die operativen Maßnahmen zeigen Wirkung: verbesserte Produktivität im Offshore-Bereich, gestiegene Servicerentabilität im Onshore-Segment. Parallel dazu hat Siemens Energy die Produktionsstandorte von zehn auf vier konsolidiert und Randgeschäfte abgestoßen — darunter das Power-Electronics-Geschäft an ABB sowie 90 Prozent der Wind-Aktivitäten in Indien und Sri Lanka.

Im Februar 2026 bekräftigten Großaktionäre, darunter Deka Investment, ihre Unterstützung für den Ansatz „erst sanieren, dann abspalten“. Eine sofortige Aufspaltung ist damit vorerst vom Tisch — das Ausführungsrisiko bei Gamesa bleibt jedoch der entscheidende Unsicherheitsfaktor.

Kerngeschäft unter Volldampf

Während Gamesa saniert wird, laufen die übrigen Segmente auf Hochtouren. Der Konzern verzeichnete im ersten Quartal Gesamtaufträge von 17,6 Milliarden Euro — ein neues Rekordhoch. Der Auftragsbestand kletterte auf 146 Milliarden Euro, das Buch-zu-Umsatz-Verhältnis auf 1,82. Treiber ist die explodierende Nachfrage nach Infrastruktur für KI-Rechenzentren.

Der Gewinn vor Sonderposten verbesserte sich auf 1,16 Milliarden Euro, nach 481 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Siemens Energy eine Gewinnmarge von 9 bis 11 Prozent sowie einen Nettogewinn von 3 bis 4 Milliarden Euro an. Die Mittelfristziele für 2028 — eine Marge von 14 bis 16 Prozent — setzen allerdings einen vollständigen Turnaround bei Gamesa voraus.

Neue Felder, starke Signale

Strategisch öffnet sich Siemens Energy ein neues Wachstumsfeld. In einer exklusiven Partnerschaft mit Rolls-Royce SMR liefert das Unternehmen das komplette Turbinensystempaket für fabrikgefertigte Small Modular Reactor-Kraftwerke — mit der hauseigenen SST-8000-Dampfturbinentechnologie. Ein langfristiges Standbein abseits der volatilen Windkraft.

Als Vertrauenssignal an die Aktionäre startete Siemens Energy am 4. März ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Milliarden Euro — erste Tranche eines 6-Milliarden-Euro-Rückgabeprogramms bis 2028. Hinzu kommt die erste Dividendenzahlung seit 2022: 0,70 Euro je Aktie, mit 99,99 Prozent der Stimmen beschlossen.

Die Aktie notiert nach einem Rückgang von knapp sechs Prozent heute bei 141,50 Euro und liegt damit rund 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Februar. Am 12. Mai veröffentlicht Siemens Energy die nächsten Quartalszahlen — und Gamesa muss dann belegen, dass der finanzielle Turnaround planmäßig verläuft. Gelingt das, wäre der Weg zu dauerhaft höherer Konzernprofitabilität frei.

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