Siemens Energy Aktie: Gewinn verdreifacht auf 1,6 Milliarden
Siemens Energy meldet Rekordzahlen: Gewinn verdreifacht, Windkraft wieder profitabel. Markenwechsel zu Omterra spart jährlich 300 Millionen Euro Lizenzgebühren.

- Gewinn vor Sondereffekten verdreifacht
- Windkraftsparte erstmals wieder profitabel
- Markenumbau zu Omterra spart Lizenzkosten
- Jahresprognose bestätigt, Aktie im Aufwind
Siemens Energy hat mit den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2026 eindrucksvoll belegt, wie weit der Konzern seine Ertragskraft gesteigert hat. Der Umbau der Konzernmarke zu Omterra, der parallel läuft, zeigt zudem, dass der Konzern auch strukturell an seiner Zukunft arbeitet – nicht nur operativ.
Rekordzahlen als Fundament
Der Auftragseingang kletterte im dritten Quartal auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert: Der Gewinn vor Sondereffekten mehr als verdreifachte sich gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1.623 Millionen Euro.
Das Ergebnis je Aktie von 1,28 Euro übertraf die Erwartungen von 1,17 Euro deutlich. Der Auftragsbestand erreichte mit 162 Milliarden Euro einen neuen Höchststand, das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill) lag bei starken 1,57.
Besonders bemerkenswert ist die Wende bei Siemens Gamesa: Die Windkraftsparte schrieb im Quartal erstmals seit 2022 wieder schwarze Zahlen. Das ist ein Signal dafür, dass die jahrelangen Qualitätsprobleme und Restrukturierungen bei der Windkraftsparte greifen. Der freie Cashflow vor Steuern verbesserte sich auf 2.319 Millionen Euro, nach lediglich 419 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Siemens Energy bestätigte zugleich seine Jahresprognose: Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, eine Ergebnismarge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent mit Tendenz zum oberen Ende, sowie einen Gewinn nach Steuern von rund 4 Milliarden Euro.
Der freie Cashflow vor Steuern soll auf rund 8 Milliarden Euro steigen. Alle Segmente trugen zum Wachstum bei, besonders Gas Services verzeichnete einen Rekordauftragseingang, während Grid Technologies und die Sparte Transformation of Industry ebenfalls kräftig zulegten.
Zwei Marken werden eins
Parallel zur operativen Entwicklung treibt der Konzern seit Mitte Juli einen tiefgreifenden Markenwechsel voran: Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy werden unter der einheitlichen Marke Omterra zusammengeführt.
Hintergrund ist eine zeitlich begrenzte Lizenzvereinbarung aus der Abspaltung von der Siemens AG in den 2020er-Jahren. Mit dem eigenen Markenauftritt spart der Konzern künftig jährliche Lizenzgebühren in Höhe von rund 300 Millionen Euro. Die Umstellung soll schrittweise über etwa eineinhalb Jahre erfolgen.
Wie der Kurs die Nachrichten verarbeitet
Die Aktie notiert aktuell bei 162,54 Euro und liegt damit 4,6 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 155,38 Euro – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Kursanstieg noch Rückenwind hat.
Zum Vorjahreszeitpunkt hat sich der Kurs um 68 Prozent erhöht, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 35 Prochtszent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, ist das Papier allerdings noch rund 17 Prozent entfernt.
Die Kombination aus operativer Stärke, bestätigter Guidance und dem strategischen Markenumbau zeichnet das Bild eines Konzerns, der seinen Turnaround nicht nur in Zahlen, sondern auch in seiner Struktur nachvollziehbar macht. Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich die Rekordauftragslage bei Gasturbinen und die neue Profitabilität der Windkraftsparte auch in den kommenden Quartalen als nachhaltig erweisen.
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