Siemens Energy Aktie: Goldman Sachs berät Turbinenverkauf

Siemens Energy prüft mit Goldman Sachs den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Turbinengeschäft. Der Aufsichtsrat berät heute über die Zukunft der Industriesparte.

Die Kernpunkte:
  • Möglicher Verkauf von Turbinen-Mehrheitsbeteiligung
  • Beratung im Aufsichtsrat heute
  • Aktie verliert 7,1 Prozent seit Diskussion
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 210 Euro

Siemens Energy steht heute erneut vor einer richtungsweisenden Aufsichtsratssitzung. Bloomberg berichtet, dass der Konzern gemeinsam mit Goldman Sachs an einem möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinen-Geschäft arbeitet. Das Kontrollgremium sollte heute über das weitere Vorgehen im Rahmen einer möglichen Veräußerung der Sparte Transformation of Industry beraten.

Der Vorstoß fügt sich in eine bereits laufende Debatte über die künftige Struktur des Unternehmens ein. Der Aufsichtsrat hatte bereits vor gut einer Woche über eine mögliche Abspaltung der Industriesparte diskutiert, seither hat die Aktie rund 7,1 Prozent verloren.

Nun liefert der mögliche Teilverkauf des Turbinengeschäfts eine konkretere Variante, wie sich Siemens Energy von Randbereichen trennen könnte, ohne gleich die gesamte Sparte abzuspalten.

Operatives Geschäft läuft, doch der Kurs schwächelt

Losgelöst von der Struktur-Debatte zeigt sich das operative Geschäft robust. Medienberichten zufolge war die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa erstmals seit 2022 wieder profitabel – ein Fortschritt, der in auffälligem Kontrast zur schwachen Kursentwicklung an jenem Tag stand. Das passt zum Bild der vergangenen Wochen: operative Fortschritte und Rekordaufträge treffen auf eine Aktie, die unter dem Eindruck der Struktur-Diskussion und allgemeiner Marktnervosität steht.

Der Schlusskurs vom Montag lag bei 149,20 Euro, nach einem Tagesverlust von 2,7 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,4 Prozent zu Buche, und der Titel notiert damit rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde.

Seit Jahresbeginn bleibt mit 24 Prozent dennoch ein deutliches Plus stehen, ein Beleg dafür, dass die jüngste Schwäche eher eine Korrektur als eine Trendwende darstellt.

Rückkaufprogramm abgeschlossen

Parallel zur strategischen Debatte hat Siemens Energy am 14. August ein Aktienrückkaufprogramm beendet. Insgesamt erwarb der Konzern gut 6,4 Millionen Aktien, was 0,751 Prozent des Grundkapitals entspricht. Das Programm lief seit Anfang Juni und unterstreicht, dass das Unternehmen trotz der Umbaupläne genügend finanziellen Spielraum sieht, eigene Aktien vom Markt zu nehmen.

Analysten bleiben grundsätzlich zuversichtlich

Auch nach den jüngsten Kursverlusten sehen Analysten weiterhin deutliches Potenzial. Bernstein Research bestätigte am 21. August das Rating „Outperform“ mit einem Kursziel von 210 Euro.

RBC senkte tags zuvor, am 20. August, sein Kursziel zwar von 210 auf 200 Euro, beließ die Einstufung aber ebenfalls auf „Outperform“. Beide Einschätzungen liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau und signalisieren, dass die grundsätzliche Geschäftsentwicklung trotz der Struktur-Unsicherheit als intakt gilt.

Für Anleger bleibt die heutige Aufsichtsratssitzung der entscheidende Termin. Ob der Konzern den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Turbinengeschäft konkretisiert oder weitere Alternativen zur Diskussion stellt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob sich die Aktie aus ihrer jüngsten Schwächephase löst.

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