Siemens Energy Aktie: Goldman Sachs prüft Dampfturbinen-Verkauf

Siemens Energy sondiert mit Goldman Sachs den Verkauf einer Mehrheit am Turbinengeschäft, während ein Kraftwerksdefekt in Brasilien belastet.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs begleitet mögliche Verkaufssondierung
  • Fünf Finanzinvestoren als Bieter genannt
  • GNA II seit August außer Betrieb
  • RBC reduziert Kursziel auf 200 Euro

Siemens Energy treibt die Zerschlagung seines Industriegeschäfts weiter voran. Nach der Ankündigung, den Bereich Transformation of Industry rechtlich und operativ zu verselbstständigen, verdichten sich nun die Details zu einem möglichen Verkaufsprozess. Bloomberg berichtete am Montag, das Unternehmen arbeite mit Goldman Sachs an einem möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinen- und Transformation-of-Industry-Geschäft.

Als mögliche Bieter kursieren dem Bericht zufolge mehrere große Private-Equity-Häuser: CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR werden genannt.

Siemens Energy selbst hatte bei der Ankündigung der Verselbstständigung erklärt, verschiedene Optionen zu prüfen – von der Aufnahme externer Investoren bis hin zu einer möglichen Kapitalmarkttransaktion. Eine wesentliche Minderheitsbeteiligung will der Konzern dabei behalten. Die betroffene Einheit soll künftig unter der neuen Marke Omterra auftreten.

Ein zweites operatives Problem belastet zusätzlich

Parallel zu den Strukturplänen sorgt ein technisches Problem für Unruhe. Das brasilianische Kraftwerksprojekt GNA II, an dem neben BP und dem chinesischen Staatskonzern SPIC auch Siemens Energy als Mitgesellschafter beteiligt ist, meldete eine Unterbrechung des Betriebs seit dem 10. August.

Ursache war ein Defekt im Dampfturbinen-Leistungsschalter, der den Step-up-Transformator betraf. Siemens Energy ist über die Beteiligung indirekt von den Ausfallkosten betroffen, auch wenn das Projekt kein eigenständiges Konzerngeschäft ist.

Die Kombination aus struktureller Neuordnung und operativen Störungen im Kraftwerksgeschäft trifft den Konzern in einer Phase, in der Investoren ohnehin genau beobachten, wie die Aufspaltung konkret umgesetzt wird. Ein Verkauf der Dampfturbinensparte an einen Finanzinvestor würde die Bilanzstruktur verändern und zugleich die Frage aufwerfen, wie stark sich Siemens Energy langfristig aus dem klassischen Industrieturbinengeschäft zurückzieht.

Kurs gibt Boden ab, Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

Der Aktienkurs steht unter Druck: Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 140,90 Euro und damit 1,2 Prozent im Minus gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht hat die Aktie 8,0 Prozent verloren, seit Jahresbeginn liegt sie mit 17 Prozent aber weiterhin deutlich im Plus.

Trotz der jüngsten Schwäche bewerten mehrere Analysehäuser den Titel weiterhin positiv. JPMorgan bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro. Jefferies beließ die Einschätzung „Buy“ bei einem Kursziel von 215 Euro.

RBC senkte am selben Tag das Kursziel von 210 auf 200 Euro, hielt aber an der Einstufung „Outperform“ fest – eine leichte Vorsicht, die angesichts der laufenden Umstrukturierung und der operativen Störung in Brasilien nachvollziehbar erscheint.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob ein Verkauf der Dampfturbinensparte an Private-Equity-Investoren den Konzern schlanker und fokussierter macht oder ob er wertvolle Ertragsquellen aus der Hand gibt. Bis eine Entscheidung über Käufer und Transaktionsstruktur fällt, dürfte die Unsicherheit über die künftige Konzernarchitektur den Kurs weiter begleiten.

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