Siemens Energy Aktie: Goldman Sachs sondiert Teilverkauf

Siemens Energy bereitet die Verselbstständigung der Industriesparte vor, während Käufer, Bewertung und Transaktionsweg weiterhin nicht feststehen.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs prüft mögliche Teilverkäufe
  • CVC, EQT und KKR als Interessenten
  • Kapitalmarktoption bleibt weiterhin offen
  • Aktie verliert 1,6 Prozent

Siemens Energy treibt die Zerschlagung seiner Industriesparte voran. Nach der vergangenen Montag verkündeten Abspaltung der Transformation-of-Industry-Einheit zeichnet sich nun ab, wer als Käufer für Teile des Geschäfts infrage kommt.

Bloomberg berichtete am Montag, das Unternehmen habe Goldman Sachs mit einem möglichen Verkauf von Teilen der Steam-Turbine- und Transformation-of-Industry-Einheit mandatiert. Als potenzielle Bieter kursieren die Finanzinvestoren CVC, EQT, Bain, Brookfield und KKR.

Reuters: Fokus soll auf Gas- und Netztechnik liegen

Reuters berichtete am Dienstag, Siemens Energy wolle den Großteil der Industriekundensparte verkaufen, um sich künftig stärker auf Gastechnik und Netzinfrastruktur zu konzentrieren. Laut Reuters bereitet der Konzern parallel die rechtliche und operative Verselbstständigung der Transformation-of-Industry-Sparte vor.

Geprüft werden dabei sowohl externe Investoren als auch eine mögliche Kapitalmarkttransaktion. Siemens Energy will die Einheit später entkonsolidieren, sich aber eine wesentliche Minderheitsbeteiligung sichern.

Das Unternehmen selbst begründet den Schritt mit dem Ziel, der Sparte mehr unternehmerische Flexibilität und eigenständige Wachstumsperspektiven für industrielle Energielösungen zu verschaffen. Die parallel verfolgten Optionen – Teilverkauf an Finanzinvestoren einerseits, Kapitalmarkttransaktion mit verbleibender Minderheitsbeteiligung andererseits – deuten darauf hin, dass der Konzern sich hier noch alle Wege offenhält.

Kursreaktion fällt verhalten aus

Der Markt reagiert bislang zurückhaltend auf die Zerschlagungspläne. Die Aktie schloss am Dienstag bei 140,20 Euro, ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert das Papier rund 8,8 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass die strukturellen Umbaupläne die Anleger bislang eher verunsichern als überzeugen. Auf Sicht von sieben Tagen hat die Aktie 7,7 Prozent verloren.

Die Unsicherheit über den künftigen Konzernzuschnitt trifft auf ein Unternehmen, das operativ zuletzt eigentlich Stärke demonstriert hatte. Mit dem am 20. August abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramm hatte Siemens Energy Kapitaldisziplin signalisiert: Zwischen dem 4. Juni und dem 14. August 2026 kaufte der Konzern insgesamt 6.467.098 eigene Aktien zurück, das entspricht 0,751 Prozent des Grundkapitals.

Das Gesamtvolumen belief sich auf knapp eine Milliarde Euro bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 154,63 Euro je Aktie. Allein in der letzten Berichtswoche vom 10. bis 16. August erwarb das Unternehmen 472.203 Aktien zu gewichtet durchschnittlichen Preisen zwischen rund 157 und 164 Euro.

Was die Umstrukturierung für Anleger bedeutet

Für Investoren verschiebt sich mit den Verkaufsplänen das Chancen-Risiko-Profil der Aktie. Ein Verkauf von Turbinen- und Industrieaktivitäten an Finanzinvestoren würde Siemens Energy von einem margenschwächeren Geschäftsbereich entlasten und Kapital für den Ausbau von Gastechnik und Netzinfrastruktur freisetzen – Bereiche, die von der weltweiten Nachfrage nach Netzertüchtigung und Rechenzentren-Stromversorgung profitieren.

Gleichzeitig bleibt offen, zu welchen Konditionen ein solcher Verkauf gelingt und wie stark sich die konzerneigene Minderheitsbeteiligung an der ausgegliederten Einheit auf die künftige Bilanz auswirkt.

Bis zur Klärung dieser Fragen dürfte die Aktie unter dem Eindruck der laufenden Verhandlungen volatil bleiben. Konkrete Details zu Käufern, Kaufpreis oder Zeitplan der Transaktion hat Siemens Energy bislang nicht bestätigt.

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